Wirtschaft

Die Kirche unterstützt soziale Jungunternehmer

Die Erzdiözese Salzburg stellt Start-ups 100 Quadratmeter in bester Lage zur Verfügung - Seelsorge inklusive.

Martina Berthold (Landesrätin a. D.), Lucia Greiner (Leiterin Seelsorgeamt der Erzdiözese Salzburg), Dominik Elmer (Referatsleiter Stadtpastoral) und Lorenz Maschke (Start-up Salzburg). SN/erzdiözese salzburg
Martina Berthold (Landesrätin a. D.), Lucia Greiner (Leiterin Seelsorgeamt der Erzdiözese Salzburg), Dominik Elmer (Referatsleiter Stadtpastoral) und Lorenz Maschke (Start-up Salzburg).

Er hat schon eine Weile erklären müssen, was er plant, sagt Dominik Elmer. Der Initiator des Coworking Space für Social Entrepreneurs wiederholt aber gern nochmal, was da passiert. Ein Coworking Space ist ein Ort, wo sich unterschiedlichste Jungunternehmer einen Schreibtisch mieten können. Im Fall von Elmer einen Tisch mit großartiger Aussicht: Die 100 Quadratmeter großen Räume der Erzdiözese Salzburg sind am Mirabellplatz 5 im dritten Stock untergebracht.

Die ersten fünf Monate sind kostenlos, sagt Elmer, der das Referat Stadtpastoral leitet. "Wir bieten Büromöbel, Couchen, einen großen Besprechungsraum, Kaffeemaschine - und super schnelles Internet." Elmer versucht die Miete auch nach den ersten Monaten so niedrig wie möglich zu halten. "Unterstützer sind Willkommen."

In der ehemaligen Pfarrerwohnung sei Platz für 15 Kreative. Wie sucht Elmer sie aus? "Ein Social Entrepreneur ist jemand, der nicht nach möglichst viel Gewinn strebt - sondern danach, die Gesellschaft zu verbessern." Dementsprechend dürfen in den Räumen Leute arbeiten, die sich für Menschen am Rande der Gesellschaft einsetzen oder nachhaltige Ideen haben.

Mönche und Start-ups

In der Stadt Salzburg gibt es bereits sieben Orte, in denen man Schreibtische mieten kann. Braucht es wirklich einen weiteren Coworking Space?

Ja, sagt Elmer. Denn er biete ein weiteres Service, auf das sich die Kirche spezialisiert hat: Seelsorge. "Die Menschen brennen für ihre Idee - und laufen so Gefahr, soziale Kontakte zu vernachlässigen. Die Gefahr von Burn-out ist groß." Deshalb stellt Elmer den Jungunternehmern Mönche an die Seite, die eine Psychotherapie-Ausbildung haben.

Katrin Gerschpacher hält psychische Unterstützung für sinnvoll. Gerschpacher ist Mitarbeiterin bei Fair Matching, einer Initiative, die Flüchtlinge mit Unternehmen verkuppeln will. Das Start-up Leben sei voller Frustration. "Wir haben etwa 1000 Absagen für Förderungen bekommen."

Essenziell für soziale Jungunternehmer sei aber auch ein Netzwerk und gute Kontakte. "Es macht einen Unterschied, ob man stundenlang in der Warteschleife hängt oder gleich einen Termin beim Geschäftsführer hat."

Derzeit organisiert Gerschpacher ein Speed Dating, bei dem weibliche Geflüchtete mit Unternehmen zusammengebracht werden sollten. "Wir unterstützen bei der Arbeitssuche - aber auch in den ersten Monaten nach Antritt des Jobs." Das Speed Dating findet am 28. September statt, interessierte Firmen können sich hier melden.

WIRTSCHAFT-NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt kostenlos den Wirtschaft-Newsletter der "Salzburger Nachrichten".

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 02.12.2021 um 04:23 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/die-kirche-unterstuetzt-soziale-jungunternehmer-36911056

Schlagzeilen