Wirtschaft

Emco Hallein meldet 100 Mitarbeiter zur Kündigung an

"Es gibt nur eine sehr eingeschränkte Planungssicherheit." Das Unternehmen spricht von kurzfristig deutlich veränderten Abrechnungsmodalitäten für den Zeitraum der zweiten Kurzarbeitsphase.

Die Corona-Krise hat auch in den Bilanzen der Emco GmbH tiefe Spuren hinterlassen. Jetzt droht bis zu 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Hallein die Kündigung.  SN/Stefanie Schenker
Die Corona-Krise hat auch in den Bilanzen der Emco GmbH tiefe Spuren hinterlassen. Jetzt droht bis zu 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Hallein die Kündigung.

Die Coronakrise trifft auch die Salzburger Wirtschaft mit voller Wucht. Nicht alles kann über die Kurzarbeit aufgefangen werden. So haben beispielsweise die SAG in Lend und das Dentalwerk Bürmoos bereits Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet. Im Fall der SAG ging es um 29 Arbeitsplätze, beim Dentalwerk Bürmoos sind rund 70 Beschäftigte betroffen.

Jetzt sieht sich die Emco GmbH in Hallein gezwungen, beim Personal den Rotstift anzusetzen. Die Gesellschaft wird in der kommenden Woche 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Werk in Hallein beim Arbeitsmarktservice (AMS) zur Kündigung anmelden. Die Entscheidung fiel bei der Aufsichtsratssitzung am Freitag - nach reiflicher Überlegung, wie es heißt. Der Hintergrund: Emco musste seit Beginn der Coronakrise einen Umsatzeinbruch von 20 Prozent verkraften.

Bislang habe Emco das Unternehmen mit dem Kurzarbeitssystem relativ sicher durch die Wirtschaftskrise manövrieren können, heißt es. In der vergangenen Woche habe sich allerdings herausgestellt, dass für den Zeitraum der zweiten Kurzarbeitsphase "kurzfristig die Abrechnungsmodalitäten deutlich verändert wurden. Auch für die von der Regierung bestätigte Kurzarbeitsphase III sind die finanziellen Rahmenbedingungen unklar. Es gibt daher nur eine sehr eingeschränkte Planungssicherheit", heißt es von Emco Hallein.

Vor diesem Hintergrund sei der genannte Schritt "für die Absicherung der weiteren Geschäftstätigkeit unerlässlich. Im schlimmsten Fall werden 100 Emco-Mitarbeiter von der Maßnahme betroffen sein." Das Management der Emco GmbH hat erste Gespräche mit der Gewerkschaft aufgenommen.

ÖGB-Landesvorsitzender und Arbeiterkammerpräsident Peter Eder bestätigte in einer ersten Reaktion, von Emco-Chef Stefan Hansch über die Anmeldung der Kündigungen informiert worden zu sein. Man habe für die nächste Woche bereits ein Gespräch vereinbart. Dabei gehe es darum, Möglichkeiten auszuloten, um so viele Arbeitsplätze wie möglich abzusichern. "Ich bin für kreative Lösungen offen", sagte Eder.

Der Maschinenbauer Emco gehört zu den führenden Werkzeugmaschinenherstellern in Europa. Das Unternehmen beschäftigt rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an sechs Produktionsstandorten in Österreich, Deutschland, Italien und Russland. Am Stammsitz in Hallein stehen rund 400 Beschäftigte auf den Lohn- und Gehaltslisten.

Quelle: SN

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