Wirtschaft

Golling: Drei "Lausbuben" zeigen, wie Netzwerken geht

Tische können viele erzeugen. Wer einen unverwechselbaren Einrichtungsgegenstand sucht, für den gibt es in Salzburg eine Adresse: Die Firma Dreikant ist das Maß der Design-Dinge.

Als würde er frei über dem Boden schweben: Mario Siller, Matthias Lienbacher und Stefan Rehrl alias Dreikant OG mit einem ihrer ersten Tische. Er misst 3,80 mal 1,45 Meter und ist aus einem Stamm Maserpappelholz gefertigt.  SN/wildbild/rohrer
Als würde er frei über dem Boden schweben: Mario Siller, Matthias Lienbacher und Stefan Rehrl alias Dreikant OG mit einem ihrer ersten Tische. Er misst 3,80 mal 1,45 Meter und ist aus einem Stamm Maserpappelholz gefertigt.

Was passiert, wenn drei Schulfreunde davon träumen, eine Firma zu gründen? Es bleibt beim Traum, es kommt zu Streitigkeiten - oder aber sie werden die Shootingstars der Möbeldesignszene. Wie Matthias Lienbacher, Stefan Rehrl und Mario Siller - alias Dreikant OG. Sie sorgen mit Unikaten aus Holz und Metall für Furore.

Seit ihren Hauptschultagen in Golling sind die drei unzertrennlich. Während sie heutzutage ihre Ideen und Energien in kreative Möbelstücke kanalisieren, führten ihre Einfälle zu Schulzeiten öfter in das Büro von Direktor Sepp Schreder. Ein Überbleibsel dieser Vorfälle: Die drei jungen Burschen sind nicht auf den Mund gefallen. Anders gesagt: Abgesehen von den Händen dürfte das Mundwerk eine ganz wichtige Rolle spielen.

Wenn man von den drei Tennengauern nämlich eines lernen kann, dann ist das Netzwerken. Das funktioniert in etwa so: Sie bauen für das SN-Fotoshooting einen Eichentisch in der Panzerhalle in Salzburg auf. Eine Gruppe Geschäftsleute sucht den Weg zu ihrem Seminarraum. "Wo der ist, wissen wir nicht - aber wir hätten schon mal den richtigen Tisch für euch", wirft Matthias Lienbacher kokett in die Runde. "Was, wer macht solche Tische?", fragt einer. "Wir!", antworten die drei und drücken dem Fragenden eine Visitenkarte in die Hand. Wer weiß? Vielleicht will der Geschäftsmann demnächst ein Büro oder ein Hotel einrichten?

"Für solche Kontakte ist die Panzerhalle perfekt", sagt Stefan Rehrl. Er ist bei Dreikant für das Metall zuständig. Zum Beispiel für den Unterbau von Tischen und Sesseln, für die Stahlelemente in den Tischplatten oder für Bars. Der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt.

Wenn die Kunden gleich ein ganzes Geschäft einrichten wollen, kommen die "Dreikant-Friends" ins Spiel: befreundete Jungdesigner und Spezialisten.

Ihren Durchbruch haben sie ebenfalls einer Freundschaft zu verdanken: Vor zwei Jahren richtete Dreikant für Aaron Priewasser und seine Mutter Alexandra die Genusskrämerei in Hallein ein. "Mundpropaganda ist für uns sehr wichtig. Wer mit uns zufrieden ist, empfiehlt uns weiter", sagt Mario Siller.

Mittlerweile ist den dreien auch beruflich richtig ernst mit Dreikant geworden: Sie haben ihre Jobs gekündigt und arbeiten seit Jahresbeginn nur mehr für ihren Traum aus Schulzeiten.

Hipsterkapperl & Social Media

"Dreikant" sind vielen auch wegen ihren intensiven Social-Media-Aktivitäten ein Begriff: Die Homepage, die Facebook-Seite und den Instagram-Account bedienen sie gekonnt. Weiteres Markenzeichen: die "Hipsterkapperl". www.dreikant.at

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