Wirtschaft

Lückenschluss im Snow Space Salzburg dank neuer Gondelbahn

Wenn sich Annemarie Moser (Pröll), Hermann Maier und Michael Walchhofer auf einen Kaffee treffen wollen, brauchen Salzburgs Skilegenden dafür künftig nur noch die Bretter anzuschnallen. Die neue Kabinenbahn "Panorama Link" wurde trotz Corona mit Beginn der Wintersaison gestartet und sichert nun eine durchgehende Ski-Verbindung von Alpendorf bis Zauchensee. Geschlossen wurde damit die Lücke zwischen Snow Space Salzburg und dem Skigebiet Flachauwinkl/Zauchensee.

"Diese Verbindung jetzt zu haben, ist einzigartig", freute sich Maier am Dienstag bei einem Medientermin unmittelbar vor dem Weltcup-Nachtslalom der Damen in Flachau. Der Doppel-Olympiasieger hatte zuvor als "Early Bird" die neue Gondel persönlich ausprobiert. "Sie wird ihrem Namen wirklich gerecht. Es war unglaublich, diese tolle Fernsicht und Schönheit zu genießen", sagte Österreichs Skiheld aus Reittdorf bei Flachau. "Der Zusammenschluss war ein Wunschtraum aus den Achtzigern, jetzt hat es geklappt. Normal mache ich keine Handyfotos, heute schon."

"Ich habe mir nicht vorstellen können, dass wir drei einmal da gemeinsam sitzen und das ganze Skigebiet verbunden ist", zeigte sich auch die Kleinarlerin Moser (67) begeistert. "Es ist fast unvorstellbar, was da passiert ist", meinte die Olympiasiegerin von 1980 und sechsfache Weltcup-Gesamtsiegerin.

Der "Panorama Link" war eines der letzten fehlenden Puzzlestücke und ermöglicht ein zusammenhängendes und vor allem vielfältiges Skiareal mit 70 Seilbahnen in fünf Tälern und mit 12 Gipfeln, 210 Pistenkilometern und 70 Hektar Pistenfläche. Mit dem in Planung befindlichen Projekt "Winkl-Link", einer 10er-Kabinenbahn über die Tauernautobahn, soll alsbald auch die allerletzte Lücke (derzeit eine kurze Skibusverbindung) in Flachauwinkl geschlossen werden.

"Erstaunlich, wie einfach technisch die Verbindung letztlich möglich war. Die Bahn wird ihrem Namen wirklich gerecht, hat ein Wahnsinns-Panorama", war auch der in Zauchensee beheimatete Walchhofer angetan. "Jetzt sind die Möglichkeiten für die Gäste fast grenzenlos geworden und die ganze Region profitiert", ergänzte der Dritte aus Österreichs Legendentrio, das zusammen auf 135 Weltcupsiege, 9 WM-Titel, 3 Olympiagoldene sowie 10 große und 25 kleine Weltcupkugeln steht.

Snow Space Salzburg ist das Herz von "Ski amade", unter anderem über vier Autobahnabfahrten erreichbar und schafft bei Vollauslastung bis zu 35.000 Personen am Tag. Wegen Corona sind derzeit aber derzeit höchstens drei bis viertausend Tagesskifahrer in einer Skiregion zu begrüßen, die in guten Jahren 65 Mio. Euro Umsatz schafft. Am Ende der jüngsten Weihnachtsferien stand man bei 16 Millionen Minus.

Noch härter trifft es wegen des Lockdowns derzeit die Hotellerie, so auch Walchhofer. "Im November war ich noch optimistisch, dass der Winter trotz allem gut werden könnte. Jetzt scheint das aber nicht mehr möglich zu sein", gab sich der 45-Jährige, ehemalige Abfahrtsweltmeister nachdenklich. "Es ist eine Herausforderung. Ich wünsche mir nicht nur für die Gäste sondern auch für unsere Mitarbeiter, dass wir bald wieder aufsperren können."

Maier brachte letztlich das für ihn Positive an der derzeitigen Situation auf den Punkt. "Unglaublich, wie privilegiert man derzeit ist als Einheimischer ist, Skifahren gehen zu können. Natürlich hoffe ich, dass so etwas (Corona, Anm.) nie wieder kommt. Aber für Einheimische und Kinder geht es auf den perfekten Pisten nicht besser als jetzt. Sonst sind die Hänge ja ein ziemlicher Ameisenhaufen. Man hat derzeit das Gefühl, man kann wieder richtig Skifahren."

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