Wirtschaft

Neue Chefin für die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Salzburg

Professor Leonhard Thun-Hohenstein (65), Gründer der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der CDK in Salzburg, geht in Pension. Seine Nachfolgerin kennt sich im Haus bestens aus: Belinda Plattner (44) war sechs Jahre die Stellvertreterin von Thun-Hohenstein.

Belinda Plattner übernimmt am 1. Februar die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Uniklinikum Campus CDK.  SN/salk
Belinda Plattner übernimmt am 1. Februar die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Uniklinikum Campus CDK.

An der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Uniklinikum Campus CDK kommt es zu einem Führungswechsel: Klinikgründer und Vorstand Professor Leonhard Thun-Hohenstein (65) tritt nach 28 Jahren Tätigkeit in den Salzburger Landeskliniken mit 31. Jänner 2021 in den Ruhestand. Seine Nachfolgerin wird Dozentin Belinda Plattner (44) per 1. Februar. Die gebürtige Wienerin kennt das Haus und die Salzburger Landeskliniken bestens. Sie war bereits sechs Jahre als Erste Oberärztin die Stellvertreterin von Professor Thun-Hohenstein. In den vergangenen knapp zwei Jahren führte Plattner in St. Johann im Pongau eine Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

500 stationäre und 1500 ambulante Patientinnen und Patienten pro Jahr

Die Uniklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie wurde 2009 von Professor Thun-Hohenstein gegründet. Sie versorgt seither mit elf Medizinerinnen und Medizinern, 48 Pflegekräften, je sieben Psychologen und Ergotherapeuten sowie fünf Psychotherapeuten im Schnitt 500 stationäre und 1500 ambulante Patientinnen und Patienten pro Jahr.

"Ein sehr kreativer, lebendiger und engagierter Mensch"

Professor Thun-Hohenstein über die Wahl seiner Nachfolgerin: "Dozentin Plattner ist eine ausgezeichnete Kinder- und Jugendpsychiaterin mit großem wissenschaftlichen Know-how und vielen Interessen. Ich habe sie als sehr kreativen, lebendigen und engagierten Menschen kennengelernt, der sich für jedes einzelne Kind persönlich einsetzt." Belinda Plattner: "Ich glaube, dass ich als Primaria in Salzburg viel für die Kinder- und Jugendpsychiatrie bewegen kann. Meine Erfahrungen aus dem niedergelassenen Bereich sind dazu eine wichtige Bereicherung." Mit Dozentin Plattner sei eine "herausragende Persönlichkeit" gewonnen worden, betont Jürgen Koehler, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums: "Sie steht für eine patientennahe und zugleich wissenschaftlich fundierte sowie zukunftsorientierte Versorgung in der Uniklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie."

Plattner betreute junge Häftlinge in der Justizanstalt Josefstadt

Dozentin Plattner stammt aus Wien. Das Medizinstudium absolvierte sie in ihrer Heimatstadt und an der Universität Stanford (Kalifornien). Danach war sie am AKH Wien und am Universitätsspital Zürich mit dem Schwerpunkt Jugendforensik tätig: "Ich habe junge Häftlinge in der Justizanstalt Josefstadt betreut und konnte im Kanton Zürich die jugendpsychiatrische Gefängnisversorgung aufbauen."

Kindheit und Jugend sind schwierige Zeiten

Am Uniklinikum Salzburg will sie den Schwerpunkt von Professor Thun-Hohenstein fortführen, der auf systemischer Therapie liegt, und um neue Bereiche wie dialektisch behaviorale Therapie und tiefenpsychologische Therapieformen wie KIP (Katathym Imaginative Psychotherapie) sowie Psychodrama bereichern: "Mein Ansatz ist, dass der Großteil der Kinder und Jugendlichen, der psychiatrische oder psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nimmt, unter Krisen leidet, aber eigentlich gesund ist. Kindheit und Jugend sind schwierige Zeiten, in denen viele Herausforderungen und Entwicklungsschritte gemeistert werden müssen. Die Interaktion mit den System Schule, der Gesellschaft, aber auch der Familie kann hier durchaus eine Überforderung für die Heranwachsenden darstellen. Gleichzeitig ist das Kindes- und Jugendalter auch die Zeit, in der viele psychiatrische Erkrankungen sich erstmals manifestieren, aber durch gezielte Intervention die Prognose maßgeblich verbessert werden kann."

Auch das Internetverhalten von Jugendlichen im Visier

Gerade vor dem Hintergrund dieses Wissens liegt ein Interessensschwerpunkt von Dozentin Plattner auch auf der Psychopharmakologie des Kindes- und Jugendalters: "Es ist eine große Verantwortung, in einem sich entwickelnden Gehirn Psychopharmaka anzuwenden." Außerdem möchte sie sowohl Ärztinnen und Ärzte, aber auch therapeutische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Pflegekräfte dabei unterstützen, persönliche Schwerpunkte zu entwickeln. "Das ist für mich der Ausdruck eines universitären Denkens." In Salzburg ist Dozentin Plattner auch für ein PhD-Projekt der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) zum Thema Internetverhalten von Jugendlichen tätig. Wissenschaftliches Arbeiten will sie in ihrer neuen Funktion generell forcieren. Dozentin Plattner lebt mit ihrem Partner Bernhard Salcher, Geologieprofessor an der Uni Salzburg, und ihrer Tochter Bernadette (13) in der Stadt Salzburg.


Quelle: SN

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