Wirtschaft

Oberndorfer Druckerei in Konkurs: 160 Mitarbeiter zittern um ihre Jobs

Das Landesgericht Salzburg hat am Donnerstag den Konkurs über die Oberndorfer Druckerei eröffnet - auf Eigenantrag. Rechtsanwalt Harald Kronberger wurde zum Masseverwalter bestellt. Die Gewerkschaft hofft nun auf einen Interessenten, der das Unternehmen weiter führt. Die Chancen dafür stünden nicht schlecht, heißt es.

Schwierige Zeiten für die Oberndorfer Druckerei: Am Donnerstag wurde das Konkursverfahren über das Unternehmen (im Archivbild) eröffnet.  SN/sn
Schwierige Zeiten für die Oberndorfer Druckerei: Am Donnerstag wurde das Konkursverfahren über das Unternehmen (im Archivbild) eröffnet.

Die Oberndorfer Druckerei ist in die Pleite geschlittert. Das Landesgericht Salzburg hat am Donnerstag den Konkurs über das Unternehmen mit 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eröffnet. Rechtsanwalt Harald Kronberger aus Salzburg wurde zum Masseverwalter bestellt. Der Traditionsbetrieb gehört zur niederländischen Circle Media Group (CMG). Die Berichtstagsatzung findet am 29. Mai statt. Der Termin für die Prüfungstagsatzung wurde mit 10. Juli festgelegt. Das meldet der Kreditschutzverband von 1870 (KSV).

Passiva belaufen sich auf 17 Millionen Euro

Die Passiva belaufen sich auf rund 17 Millionen Euro. Die aktuell fälligen Verbindlichkeiten betragen laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) 12,3 Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr 2018 gibt es demnach einen vorläufigen Jahresabschluss. Für 2017 weist der Jahresabschluss Verbindlichkeiten von rund 20 Millionen Euro auf. Zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung wies das Firmenkonto ein Guthaben von 77.000 Euro auf.

Der aktuelle Geschäftsführer des Unternehmens war erst im Februar 2019 bestellt worden. Nach Durchsicht der Unterlagen habe er diverse Problemfelder festgestellt, etwa Überkapazitäten quer durch ganz Europa sowie gestiegene Rohstoffpreise, schildert der AKV.

AK-Präsident: "Wir lassen Arbeitnehmer nicht im Regen stehen"

AK-Präsident Peter Eder bedauert, dass es der Geschäftsführung nicht wie angekündigt gelungen ist, die wirtschaftliche Situation ohne Einleitung eines Insolvenzverfahrens zu stabilisieren. "Die nunmehr eingetretene Insolvenz ist für alle Betroffenen und deren Familien tragisch", betonte der AK-Präsident. Gleichzeitig versicherte er, dass die AK die 160 betroffenen Beschäftigten nicht im Regen stehen lassen werde. "Bereits am kommenden Dienstag werden wir gemeinsam mit der Gewerkschaft die Beschäftigten über die weiteren notwendigen Schritte informieren."

In einem ersten Schritt gelte es nunmehr, die offenen Ansprüche - wie berichtet ist seit Anfang März kein Entgelt mehr bezahlt worden - beim Insolvenzentgeltfonds und bei Gericht anzumelden. "Wir wissen zwar nicht genau wie schnell die Abwicklung erfolgt, wir werden uns jedoch dafür einsetzen, dass dies möglich rasch geschieht, um die finanziellen Härten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abzufedern", erklärte Eder.

Forcher: "Hoffen auf Interessenten, der das Unternehmen weiter führt"

Gerald Forcher, Geschäftsführer der GPA-djp Salzburg: "Der Konkurs tut furchtbar weh. Wir hoffen jetzt, dass der Masseverwalter einen Interessenten findet, der bei der Druckerei einsteigt und diese weiter führt." Laut Forcher stehen die Chancen nicht schlecht. Es kursieren Namen mehrerer Unternehmen, die am Betrieb Interesse haben sollen. Die Voraussetzungen sind nicht schlecht. Die Gewerkschaft spricht von vollen Auftragsbüchern.

Sollten alle Stricke reißen, fordert Forcher von der Landesregierung die Gründung einer Arbeitsstiftung - gemeinsam mit dem AMS. Ab kommender Woche wollen AK, GPA-djp und Betriebsrat einen Kassasturz bei der Oberndorfer Druckerei machen. Welche Ansprüche der Dienstnehmer sind noch offen? Auf jeden Fall sollen die Mitarbeiter beim Insolvenzentgeltfonds angemeldet werden. Dieser übernimmt dann die Zahlung der Löhne und Gehälter.

Der Umsatz der Druckerei ist 2017 stark eingebrochen

In Göming werden Versandkataloge, Broschüren, Beilagen und Kataloge sowie Zeitschriften hergestellt. Im Geschäftsjahr 2017 fuhr die Oberndorfer Druckerei einen Verlust von rund 2,1 Mill. Euro ein. 2016 betrug der Verlust 1,3 Mill. Euro. Das geht aus dem "WirtschaftsCompass" (Firmenbuch) hervor. 2017 betrug der Umsatz 49,7 Mill. Euro (2016: 60,5 Mill. Euro). Im Geschäftsjahr 2017 hat die Druckerei einige größere Aufträge verloren.

Quelle: SN

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