Wirtschaft

Salzburg: Gute Saison für die kleinen Skigebiete

Ohne Rekordzahlen, aber zufrieden sind die Lifte in Gaißau, auf dem Dürrnberg und der Postalm. Tagesgäste werden in einem Punkt wählerischer.

Keine oder nur wenige Schneekanonen und eine tendenziell geringe Grundauslastung aufgrund fehlender Hotelbetten - so könnte man die Voraussetzungen der kleinen Skigebiete im Flach- und Tennengau zusammenfassen. Die Postalm, die Zinkenlifte und die Gaißauer Bergbahnen sind stark auf Tagesgäste angewiesen.

Was das bedeutet, erklärt Martin Wallmann, Betriebsleiter der Gaißauer Bergbahnen: "Ein Urlaubsgast kauft sich eine Wochenkarte und fährt deshalb auch bei schlechterem Wetter jeden Tag zumindest ein paar Stunden. Die Tagesgäste warten, bis das Wetter perfekt passt. Sie werden immer wählerischer" - was auch verständlich sei. Die Bilanz der Saison 2017/2018 fällt dennoch positiv aus. "Nach vier Saisonen ohne Weihnachtsgeschäft konnten wir endlich wieder einiges an Umsätzen erzielen", sagt Wallmann erfreut. Negativ wirke sich der nicht erfolgte Saisonkartenverkauf vor Weihnachten aus - eine Entscheidung des chinesischen Mehrheitseigentümers. "Da haben sehr viele Stammgäste zu Karten von anderen Skigebieten gegriffen", bedauert Wallmann. Unterm Strich sei es bis jetzt zwar keine Rekord-, aber eine gute Saison. Je nach Schneelage sollen die Lift in Gaißau-Hintersee noch bis 25. März in Betrieb sein.

Investiert haben die Gaißauer Bergbahnen in der aktuellen Saison auch bereits, und zwar in ein neues Kassensystem der Firma Axess, das auch die Tickets produziert. Grund dafür sei eine Umstellung aufgrund der Registrierkassenpflicht gewesen, sagt Wallmann. Die Kassenplätze schlagen mit 25.000 Euro zu Buche. Heuer noch gemietet sind 16 neue Zutrittssysteme der Firma Axess - sie sollen für die nächste Saison angeschafft werden.

Auf eine Wintersaison "wie schon seit Jahren nicht mehr" können die Zinkenlifte auf dem Halleiner Dürrnberg zurückblicken. "Wir fahren seit 8. Dezember und werden auf über 20.000 Erstzutritte kommen", sagt Geschäftsführer Peter Grander. Die Umsätze seien ebenfalls gestiegen, wobei die Zahlen derzeit noch nicht aussagekräftig seien, da die Skifahrer mit Super-Skicard, Dachstein-West- oder Interreg-Pool-Karte noch nicht eingerechnet seien. Alles in allem "keine Rekordsaison, aber wir sind zufrieden." Ob sich ein Osterbetrieb ausgehe, hänge stark von Mutter Natur ab. "Wir fahren voraussichtlich bis 18. März, je nach Temperatur und Schneelage."

Einen Osterbetrieb traut sich hingegen Linus Pilar, Miteigentümer und Geschäftsführer auf der Postalm, "mit ziemlicher Sicherheit" zu prophezeien. "Wir haben eine Naturschneeauflage von eineinhalb Metern auf der Piste und das ist alles gefroren. Wir möchten bis 2. April offen halten." Einen besseren Winter, um das Skigebiet zu kaufen, hätten sich Pilar und sein Geschäftspartner Michael Proksch wohl nicht aussuchen können.

Die Besucherzahlen seien im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent auf 46.000 gestiegen. "Nur im Februar hatten wir leider einen wetterbedingten Rückgang", bedauert Pilar. Der Linzer Manager setzt auf Schwerpunkte im Marketingbereich - zum Beispiel auf Kooperationen mit dem ÖAMTC, dem Land Salzburg oder der Energie AG, deren Mitarbeiter günstigere Konditionen erhalten. Für die ausklingende Saison gibt es Ermäßigungen "mit Augenzwinkern". Liftkarten sind montags für Friseure, dienstags für ehrenamtliche Helfer, mittwochs für Senioren und donnerstags für Beamte verbilligt.

Eine Sondersituation kommt den Abtenauer Bergbahnen zu. Im Winter 2016/2017 wurden in Abtenau rund 96.000 Nächtigungen verzeichnet, was zu einer ganz anderen Grundauslastung führt. Umsätze will Geschäftsführer Christian Bohensky keine nennen, "aber wir haben uns im Vergleich zum Vorjahr um 6,7 Prozent gesteigert". Vor allem die Naturrodelbahn sei "ein Riesenumsatzfaktor". Seit Februar gebe es auch ein erweitertes Angebot für Tourengeher, mit einer täglich offenen, präparierten Route. Pro Tourengeher auf dem Karkogel werden vier Euro verlangt, Saisonkartenbesitzer zahlen nichts. Bohensky, der in Tschechien eine Marketingagentur betreibt, setzt auf die Zusammenarbeit mit tschechischen Reiseveranstaltern: "Das läuft sehr gut."

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