Wirtschaft

Salzburg muss mehr eigenen Strom liefern

Im Winter muss Salzburg große Mengen Strom aus Tschechien und Deutschland importieren. Im Sommer hingegen hat man viel zu viel Strom über.

Der Windpark in Munderfing im oberösterreichischen Innviertel war schon einmal Schauplatz eines Protests gegen Atomkraftwerke. SN/neff
Der Windpark in Munderfing im oberösterreichischen Innviertel war schon einmal Schauplatz eines Protests gegen Atomkraftwerke.

Der Lungau steht vor der Entscheidung pro oder kontra Windenergie. Fast alles deutet darauf hin, dass sich die Bürgermeister des Bezirks am 15. Juni dagegen entscheiden werden. Aber Salzburgs Grüne geben - trotz der skeptischen Haltung des Koalitionspartners ÖVP - die Hoffnung nicht auf, dass sich doch noch Windräder im Land drehen werden. Am 7. Juni lädt das Energiereferat des Landes die Lungauer Gemeindevertreter in den Windpark Munderfing (OÖ).

Befürworter sehen in der Windkraft eine optimale und notwendige Ergänzung zu anderen erneuerbaren Energien, weil sie im Winter deutlich mehr Strom liefert als im Sommer, während Photovoltaik und Laufwasserkraftwerke winters weniger gut produzieren können. Energiereferent LH-Stellvertreter Heinrich Schellhorn beziffert in seiner Antwort auf eine Landtagsanfrage Salzburgs Eigenversorgung mit Strom in den vergangenen Jahren: Im Jänner und Februar falle der Eigenversorgungsgrad auf bis zu 56 Prozent. Im Sommer hingegen erreiche er bis zu 185 Prozent. Wasserkraftwerke tragen insgesamt an die 85 Prozent der Stromerzeugung bei. Im Winter werden große Mengen vor allem aus Deutschland und Tschechien importiert. Besonders aus Tschechien kommt Strom aus Atomkraft.

Das Energiereferat des Landes schätze das technisch-wirtschaftliche Potenzial der Windkraft auf 450 Megawatt ein, sagt der grüne Abgeordnete Josef Scheinast. Zum Vergleich: Ein Windrad mit einer Nabenhöhe von 100 Metern und einer Leistung von 3 MW erzeugt Strom für mehr als 1800 Haushalte. Der Energiemasterplan des Landes sieht vorerst 20 Windräder vor.

"Zu einer verantwortungsvollen Politik und einer vorausschauenden Absicherung unseres Standorts gehört auch die Nutzung der Windkraft", sagt Unternehmer Scheinast. "Wir leisten uns eine Ästhetikdebatte: Find' ich ein Windrad schön? Mag ich das? Was hindert uns daran, Vernunft walten zu lassen? Wenn es zu den ersten Blackouts im Winter kommt und es keinen Strom gibt, werden alle nach einer sicheren Versorgung schreien." Windpark-Beteiligungsmodelle für Bürger böten außerdem gute Renditen, meint der grüne Scheinast.

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