Wirtschaft

Salzburg: Zahl der E-Autos gestiegen - hoher Anteil bei Firmenautos

17 Prozent aller in Salzburg im Vorjahr neu zugelassenen Pkw fahren ausschließlich mit Strom. Das berichtet der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) unter Berufung auf Zahlen der Statistik Austria.

Die Zahl der E-Autos ist in Salzburg gestiegen – die Masse der Neuzulassungen betrifft aber Firmenfahrzeuge. SN/robert ratzer
Die Zahl der E-Autos ist in Salzburg gestiegen – die Masse der Neuzulassungen betrifft aber Firmenfahrzeuge.

Das Bundesland Salzburg sei gemeinsam mit Vorarlberg Österreichs Spitzenreiter bei den neu zugelassenen E-Pkw, meldet der VCÖ. Innerhalb Salzburgs liegt der Pinzgau mit knapp mehr als 20 Prozent E-Pkw-Anteil an der Spitze.

  • 19.026 Pkw wurden im Vorjahr in Salzburg neu zugelassen. Während die Zahl der neu zugelassenen Benzin- und Diesel-Pkw um 4539 auf 10.989 abgenommen hat, hat sich die Anzahl der zu 100 Prozent mit Strom fahrenden E-Pkw im Vorjahr von 1553 auf 3242 mehr als verdoppelt, informiert der VCÖ. Damit kletterte der E-Pkw-Anteil auf 17 Prozent. Österreichweit waren 13,9 Prozent aller Neuwagen E-Autos.


Innerhalb von Salzburg hat der Pinzgau mit 20,3 Prozent die Nase vorn, im Flachgau waren es 19,6 Prozent, im Tennengau 18,4 Prozent, im Pongau 17,3 Prozent, in der Stadt Salzburg 14,6 Prozent und im Lungau 11,7 Prozent.

90 Prozent der Salzburger E-Autos gehören Firmen

VCÖ-Experte Michael Schwendinger sagt dazu: "E-Pkw kommen sowohl in der Stadt als auch in den Regionen auf einen immer höheren Anteil bei den Neuzulassungen. Eine zentrale Rolle spielen dabei Unternehmen." Zum einen wurden in Österreich insgesamt zwei Drittel aller Pkw auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen. Bei den E-Pkw pendelt dieser Anteil je nach Bundesland zwischen 75 Prozent im Burgenland sowie 89 Prozent in Salzburg und Wien.

Neben Verkehr vermeiden und verlagern auf öffentliche Verkehrsmittel, Rad fahren und zu Fuß gehen ist die Energiewende hin zu abgasfreien Antrieben die dritte wichtige Säule für ein klimaverträgliches Verkehrssystem. Bei allen drei Säulen sei mehr Tempo nötig, denn die Zeit dränge, betont der VCÖ.

Regierung begünstigt weiterhin Diesel

"Die Bundesregierung unterstützt die Elektroautos mit umfangreichen Förderungen, legt sich dabei aber selber Steine in den Weg, weil Dieseltreibstoff und Firmenwagen mit Verbrennungsmotor nach wie vor steuerlich begünstigt werden. Direkte und indirekte Förderungen für fossile Energie sind ein Bremsklotz auf dem Weg zum Klimaziel", sagt VCÖ-Experte Schwendinger.

Der Sachbezug für die private Nutzung von Firmenwagen soll von 1,5 auf 2 Prozent erhöht werden und bei Pkw mit hohem CO2-Ausstoß von derzeit 2 auf 2,5 Prozent. Die Deckelung des Sachbezugs ist aufzuheben und der Sachbezug stärker nach der tatsächlichen Nutzung zu berechnen.

Gesamtbilanz spricht für E-Autos

In der Gesamtbilanz inklusive Fahrzeug- und Batterieherstellung sind in Österreich die CO2-Emissionen von E-Pkw im Schnitt um 59 Prozent niedriger als von Benzin- und Diesel-Pkw, wie Daten des Umweltbundesamtes zeigen. Wird Ökostrom getankt, sind die Emissionen sogar um rund 77 Prozent niedriger. Zudem stoßen E-Pkw beim Fahren keine gesundheitsschädlichen Abgase wie Stickoxide aus. Auch die Abhängigkeit von teuren Ölimporten sinkt, wenn der Anteil der E-Pkw steigt, betont der VCÖ. Da E-Autos in der Anschaffung teurer, aber im Betrieb billiger sind, sind sie auch für Carsharing ideal.

WIRTSCHAFT-NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt kostenlos den Wirtschaft-Newsletter der "Salzburger Nachrichten".

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 29.05.2022 um 12:25 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/salzburg-zahl-der-e-autos-gestiegen-hoher-anteil-bei-firmenautos-115661653

Kommentare

Schlagzeilen