Wirtschaft

Salzburger Seilbahner investieren heuer so viel wie noch nie

In Hofgastein zeigten die Bergbahnen am Sonntag, wie ihr millionenschweres Projekt voranschreitet. Das ist nicht die einzige große Baustelle.

Schon vor zehn Jahren begannen im Gasteiner Tal die Vorarbeiten. Am 1. Dezember ist es so weit. Die neue Schlossalmbahn wird eröffnet. Aber das ist nur das Herzstück der völligen Neugestaltung des Skigebiets Schlossalm. "Es ist die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte", sagt der Vorstand der Gasteiner Bergbahnen, Franz Schafflinger. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 85 Millionen Euro. Für das Projekt war eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig, bei der sieben Varianten geprüft wurden. 13 Bauaufsichten, darunter auch eine archäologische, kontrollieren die Arbeiten, so Schafflinger.

Die neue Bahn mit zwei Sektionen ersetzt unter anderem die 1964 errichtete Standseilbahn. "Dort gab es Wartezeiten", sagt Schafflinger. "Jetzt erhöhen wir die Kapazität von 1400 auf 3000 Skifahrer pro Stunde." Neben dieser 10er-Gondelbahn entsteht auch ein 8er-Sessellift, der einen 4er-Sessellift ersetzt. Dazu kommen ein Speicherteich mit 150.000 Kubikmetern Fassungsvermögen und 20 Hektar neue Pisten, darunter eine zusätzliche Talabfahrt.

Bei einem Tag der offenen Baustelle konnten sich Einheimische und Gäste am Sonntag vom Baufortschritt überzeugen. Die Lift-stützen und die Rohbauten der Stationsgebäude stehen. "In der zweiten Septemberhälfte wird in der oberen Sektion das 60 Tonnen schwere Seil eingezogen", sagt Schafflinger.

Aber das ist nicht das einzige Generationenprojekt, das die Salzburger Seilbahner heuer umsetzen. In Kaprun haben die Arbeiten an der ebenfalls über 80 Millionen Euro teuren Verbindung der Skigebiete Kitzsteinhorn und Maiskogel begonnen. Rund 40 Millionen Euro werden am Hochkönig investiert, wo die Abergbahnen mit zwei Seilbahnen das Zentrum von Maria Alm über den Natrun mit der Aberg-Talstation verbinden und in Dienten der Gabühellift erneuert wird. Etwa 30 Millionen Euro kostet die neue Kohlmaisbahn in Saalbach, die vom Ortszentrum auf den Berg führt und ebenfalls im Herbst fertiggestellt wird. Dazu kommen ohne Anspruch auf Vollständigkeit die Larmach-Sesselbahn in Wald-Königsleiten, die Sonntagskogelbahn zwischen Wagrain und St. Johann, die Plattenkarbahn in Obertauern und die zweite Sektion der Aineckbahn in St. Margarethen.

Die Salzburger Seilbahnwirtschaft präsentiert die Bilanz erst im Oktober. Deren Sprecher Ferdinand Eder glaubt aber, dass man heuer rund 200 Millionen Euro herankommen werde, auch wenn ein Teil der Großprojekte auf mehrere Jahre angelegt sei. Eder: "Das ist so viel wie noch nie." In den vergangenen zehn Jahren lag man im Schnitt bei 100 bis 120 Millionen Euro.

Als Ursache der Rekordsumme sieht Eder, dass seit Langem geplante Großprojekte nun angegangen wurden. "Grundlage dafür waren natürlich auch die erfolgreichen Saisonen." Die neuen Bahnen machen übrigens nur einen Teil der Investitionen aus. Sehr viel Geld wird weiter in die Beschneiung gesteckt. "Die großen Skigebiete sind im internationalen Wettbewerb. Es gilt, die Pisten innerhalb von drei Tagen zu beschneien, wenn die Bedingungen passen."

Auch in Zukunft, wenn die Generationenprojekte abgearbeitet sind, wird die Branche mindestens 100 Millionen Euro im Jahr investieren. Da eine Liftanlage im Schnitt 30 Jahre hält, müssen in Salzburg jährlich vier bis fünf ersetzt werden.

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