Wirtschaft

Traditionsreicher Trachtenhersteller in Salzburg insolvent - 34 Mitarbeiter betroffen

Corona hat die H. Moser Bekleidung GmbH in Salzburg-Gnigl hart getroffen. Am Montag hat das Unternehmen ein Insolvenzverfahren beantragt. Die Kosten sollen weiter reduziert werden, um den Fortbetrieb langfristig abzusichern, heißt es.

Am Montag wurde ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung über die H. Moser Bekleidung GmbH in Salzburg-Gnigl eröffnet.  SN/apa
Am Montag wurde ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung über die H. Moser Bekleidung GmbH in Salzburg-Gnigl eröffnet.

Die H. Moser Bekleidung GmbH in der Gällegasse (Salzburg-Gnigl) ist in die Insolvenz geschlittert. Am Montag wurde am Landesgericht ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet - auf Eigenantrag. Das melden die Gläubigerschutzverbände AKV, KSV und Creditreform. Von der Insolvenz sind 34 Mitarbeiter betroffen - 18 Angestellte, 13 Arbeiter und drei Lehrlinge. Die Verbindlichkeiten sollen bei 2,16 Mill. Euro liegen. Das freie Vermögen wird mit 620.000 Euro beziffert. Dazu kommen hohe Lagerbestände.

Firma Moser Trachten warnt vor einer Verwechslung

Die Moser Trachten Ges.m.b.H. & Co. KG (Marke moser Salzburger Trachten) in der Salzburger Bachstraße, die unter anderem drei Geschäfte in Salzburg und Eugendorf betreibt, ist von der Insolvenz nicht betroffen. "Wir sind ein komplett eigenständiges, gesundes Unternehmen im 100-prozentigen Familienbesitz der Familie Moser," betont Hans Peter Moser. Der Einzelhandel (moser Trachten) und die Produktion (h.moser Bekleidung) seien schon immer komplett getrennt und eigenständig geführt worden. Vor zwei Jahren habe man dann die h.moser Bekleidungs GmbH verkauft.

Ein eigener Onlineshop soll Mitte 2021 starten

Gegenstand der H. Moser Bekleidung GmbH ist der Vertrieb hochwertiger Trachtenmode im In- und Ausland, wobei die Trachtenkollektionen von der Schuldnerin selbst entworfen und designt werden. Die Trachtenmode wird anschließend extern bei Lohnfertigern angefertigt und weitervertrieben. Kunden sind namhafte Trachtenhäuser und Onlinehändler. Die Kollektionen werden in zwei Schauräumen in Salzburg und München in gemieteten Räumen präsentiert. Der Vertrieb erfolgt ausschließlich über Großhandelskunden. Ein eigener Onlineshop für den Direktvertrieb an Endkunden ist geplant: Dieser soll Mitte 2021 starten.

Ab März 2020 sind die Umsätze "drastisch eingebrochen"

Im Sommer 2019 übernahmen neue Gesellschafter das Unternehmen und starteten ein ambitioniertes Restrukturierungsprogramm. Ab März 2020 seien coronabedingt allerdings die Umsätze drastisch eingebrochen, heißt es. Dazu seien Insolvenzen von Großkunden gekommen. "Nach einem Jahr Pandemie ist festzustellen, dass die Unsicherheit in der Branche nach wie vor groß ist und die Lagerbestände stark angewachsen sind." Das Resümee der Gesellschafter der H. Moser Bekleidung GmbH: "Die Kostensituation - insbesondere hinsichtlich der Arbeitnehmer - muss weiter reduziert werden, um den Fortbetrieb langfristig zu sichern."

Karl Ludwig Vavrovsky zum Sanierungsverwalter bestellt

Die Schuldnerin bietet ihren Gläubigern eine Sanierungsquote von 30 Prozent - zahlbar binnen zweier Jahre. Zum Sanierungsverwalter wurde Rechtsanwalt Karl Ludwig Vavrovsky bestellt.

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