Wirtschaft

Tschechische Aktiengesellschaft kauft die Aluminium-Lend

Der Geschäftsbetrieb soll mit Anfang April wieder aufgenommen werden. In der Region ist die Freude riesengroß. Bürgermeisterin Höfelsauer aus Lend freut sich über "ihr Wunder".

Das Werk der Aluminium AG in Lend.  SN/APA (Expa/Feichter)/EXPA/J†RGEN FEICHTER
Das Werk der Aluminium AG in Lend.

Mit guten Nachrichten konnte am Mittwochvormittag Helmut Hüttinger, Salzburger Rechtsanwalt und Masseverwalter im Fall der Lender Aluminium Ges. m. b. H., aufhorchen lassen. Die Gießerei und die Plattenerzeugung der Aluminium Lend GmbH im Salzburg haben einen neuen Eigentümer. "Nach langen und intensiven Verhandlungen habe ich nun das verbindliche Angebot von MTX Group a. s. erhalten, das Anlagevermögen der im Konkurs befindlichen Aluminium Lend Gesellschaft m. b. H., die Liegenschaft mit den Werken 2 und 3 sowie sonstigen Assets zu erwerben, um damit an den Standorten in Lend (Aluminium-Gießerei) und Schwarzach (Plattenerzeugung) den Betrieb weiterzuführen", erklärt Hüttinger. Der Geschäftsbetrieb solle mit Anfang April wieder aufgenommen werden, zunächst mit 55 bis 60 Mitarbeitern im Werk 3 und in Schwarzach. Die Betriebe mit 83 Mitarbeitern waren im vergangenen Dezember von der Mutterfirma, der Salzburger Aluminium AG (SAG), in den Konkurs geschickt worden.

"Wir bekommen ein Stück Zukunft zurück"

Bürgermeisterin Michaela Höfelsauer (SPÖ) aus Lend: "Die vergangenen Wochen waren für uns ein Wechselbad der Gefühle. Jetzt freue ich mich irrsinnig über die positive Nachricht. Wir bekommen ein Stück Zukunft zurück." Noch am Dienstag war

Höfelsauer bei der Wallfahrtskirche Maria Elend in Embach. Um welches Wunder könnte man da beten? "Ich habe mir gedacht, das könnte nur die Rettung für unsere Gießerei sein. Und am Mittwochfrüh habe ich dann die Nachricht erhalten."

Aktuell sucht die Gemeinde einen neuen Nahversorger für Lend. Auch alte Häuser sollen saniert werden. "Die Nachricht von Masseverwalter Helmut Hüttinger war da der Lichtblick, den wir jetzt brauchen." Die Bevölkerung sei glücklich darüber, dass es jetzt in der Gießerei doch weiter gehen soll. Noch ist aber nicht alle Skepsis verfolgen. "Manche trauen sich noch gar nicht richtig, sich zu freuen."

Michaela Höfelsauer: „Ein Wunder.“ SN/anton kaindl
Michaela Höfelsauer: „Ein Wunder.“

"Das ist eine sehr, sehr gute Nachricht"

Bürgermeister Andreas Haitzer (SPÖ) aus Schwarzach: "Das ist eine sehr, sehr gute Nachricht. Ich bin glücklich darüber, dass es endlich Licht am Ende des Tunnels gibt." Die Marktgemeinde werde alles in ihrer Macht Stehende tun, um bei einer Lösung zu helfen. Immerhin gebe es viele Mitarbeiter aus der Region, die nach dem Konkurs ihren Arbeitsplatz verloren hätten - darunter auch einige, die über 50 Jahre alt sind. "Wenn diese jetzt wieder einen Job bekommen, ist das super."

Wer ist der potenzielle Käufer?

Bei der MTX Group a. s. handelt es sich um eine in Prag etablierte Aktiengesellschaft, deren Alleinaktionär Herr Petr Otava ist. Sie hält als Holdinggesellschaft Beteiligungen an anderen Gesellschaften, unter anderem an einem Unternehmen, das Aluminiumplatten erzeugt (AL INVEST) und an einem großen Metallhändler (METALIMEX)). Die in Schwarzach und Lend erzeugten Produkte ergänzen das Produktsortiment, mit dem Erwerb des Unternehmens sollen die Geschäftstätigkeit und die Produktpalette der Unternehmensgruppe weiter ausgebaut werden.

Endgültiger Abschluss noch im März

Nach Fertigstellung der Verträge für die Übertragung der Vermögenswerte müssen diese vom Gläubigerausschuss sowie vom Konkursgericht noch genehmigt werden. Ein endgültiger Abschluss der Verhandlungen (Closing) sollte laut Hüttinger noch im März erfolgen. Ziel bei den Verhandlungen sei es gewesen, einerseits eine möglichst hohe Anzahl von Arbeitsplätzen zu sichern und andererseits einen angemessenen Verkaufserlös für die vorhandenen Unternehmenswerte zu erzielen. Beides sei nun gelungen. die finanzielle Ausstattung, das Engagement und die Fachkenntnisse der neuen Betreiber lassen berechtigt hoffen, dass die Aluminiumgießerei und die Plattenerzeugung in Lend und Schwarzach eine positive Zukunft haben.

Insolvenz kurz vor Weihnachten

Die SAG Mutter hat die Tochterfirma Aluminium Lend GmbH, die die Gießereien des Unternehmens betreibt, kurz vor Weihnachten in die Insolvenz geschickt. Nach "intensiver Analyse" habe sich gezeigt, dass es "kein tragfähiges Weiterführungsszenario" gebe, hieß es seitens des Unternehmens damals. Eigentümer hätten seit der Weltwirtschaftskrise 2008 rund 13 Mill. Euro zugeschossen.
Der Industriestandort Lend ist seit fast 120 Jahren untrennbar mit der Salzburger Aluminium AG (SAG) verbunden. Es gab viele Höhen und in den vergangenen Jahren noch mehr Tiefen. Die Salzburger Aluminium AG wurde 1898 gegründet und gehörte über Jahrzehnte der schweizerischen Alusuisse. Im Jahr 1992 kam es zu einem Management-Buy-out durch Geschäftsführer Josef Wöhrer und seine Familie, damals wurde die Aluminiumerzeugung (Elektrolyse) beendet. Die SAG hat sich in den vergangenen Jahren stark internationalisiert. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 1200 Mitarbeiter, hat 13 Standorte (darunter Mexiko, Brasilien) und setzte 2015 zirka 260 Mill. Euro um.

Quelle: SN

Aufgerufen am 21.11.2018 um 06:50 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/tschechische-aktiengesellschaft-kauft-die-aluminium-lend-278344

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