Wirtschaft

Wie steht es um die Baustelle beim Flughafen Salzburg?

Schnee auf der Landebahn, zig Tonnen Asphalt: Die Leiter der größten Baustelle Salzburgs erzählen von der ersten Halbzeit.

Die größte Baustelle in Salzburg geht in die Halbzeit. Die Mannschaften rund um Helmut Atzlinger, Rudolf Lipold, Florian Höll und Stefan Höllbacher haben sehr viel bewegt: Aber ist die Baustelle im Plan?

Wie geht es Salzburgs größte Baustelle? Lipold: Derzeit haben wir 50 Prozent der Deckschicht (die oberste von vier Asphaltschichten) für die neue Piste bereits eingebaut. Damit wurden in Summe etwa 87.000 Tonnen der Gesamtleistung von 115.000 Tonnen erbracht.
Atzlinger: Die tägliche Anpassung der Bauarbeiten an die sich ständig ändernde Wettersituation ist schon herausfordernd. Durch das Vorziehen des Einbaus der Deckschicht konnten die Bohrarbeiten für die künftige Pistenbefeuerung und Unterflurfeuer bereits am Samstag begonnen werden. Wir sind definitiv im Zeitplan.

Die Baustelle stand wegen schlechten Wetters einen ganzen Tag lang still, es lag Schnee auf der Landebahn. Konnte dieser Stillstand abgefangen werden und wenn ja wie? Lipold, Atzlinger: Der 5. Mai war für uns alle sprichwörtlich ein Tag der "ins Wasser" gefallen ist. Es war kalt und hat in Strömen geregnet. Für eine Baustelle, auf der 170 Grad heißer Asphalt eingebaut werden soll und sich mit der unteren Schicht verbinden soll, ein völlig ungeeignetes Wetter.
Atzlinger: Wir haben immer wieder Zeitfenster gefunden, in denen wir noch härter angepackt haben und die Mannschaften wirklich bis an die Belastungsgrenzen gearbeitet haben. Das ist schon einmalig, wenn man sieht, dass jeder einzelne Bauarbeiter "seine" Baustelle bestmöglich fertig bekommen will. Hier galt unter den Kollegen und Kolleginnen immer der Spruch "Bei Schönwetter kann's jeder - wir können´s bei jedem Wetter". Das zeichnet nicht nur die herausfordernde Baustelle als "besonders" heraus, das zeichnet vor allem die Menschen aus, die hier eng zusammenarbeiten und jedes Zahnrädchen schmieren, damit die "Maschine Baustelle" sauber läuft!
Lipold: Es ist bemerkenswert, wie jede Zeitlücke wieder gefüllt werden konnte und verlorene Bauzeit kompensiert wurde. Keiner hat im Vorfeld damit rechnen können, dass am 5. Mai auf der Pistenbaustelle Schnee liegen wird. Die Temperaturen auf der Oberfläche waren für einen Asphalteinbau einfach zu gering.

Wie viel Material wurde bisher verbaut? Lipold, Atzlinger: 16.000 Tonnen Erde mussten wir für die Flächen im Süden und Norden ausheben. 87.000 Asphalt haben wir auf die alte Betondecke der Piste 15/33 aufgebracht. Am 9. Mai konnte die Spitzenleistung von 10.098 Tonnen geschafft werden - definitiv eine Meisterleistung des Einbauteams und der Männer in den Mischanlagen. Solch eine Leistung ist einmalig, denn die Mannschaften wollten unbedingt die 10.000er Marke brechen. Rund 250 Menschen waren am Spitzentag auf der Baustelle tätig. Rund 300 Fahrzeuge und Geräte sind auf der Piste gewesen. Davon waren 25 Großgeräte, unter anderem zehn Fertiger und sechs Beschicker, unterwegs. Derzeit werden die noch fehlenden Asphaltschichten fertig gestellt und die Löcher für die Pistenbefeuerung gebohrt. Danach werden 30 km Primärverkabelung und 45 km Sekundärverkabelung verlegt. Für die direkt an der Baustelle tätigen Mitarbeiter werden täglich 170 Portionen im Verpflegungszelt ausgegeben. Am Ende werden 1100 Lichter die Baustelle am 22. Mai zum Leuchten bringen. Der erste Flug startet am 29. Mai.

Wie viel Power hat Ihr Team noch und was belastet derzeit am meisten? Lipold: Das ist natürlich eine Baustelle die Mannschaften und Geräte gewaltig beanspruchen. Dies wurde bereits in der Personalplanung berücksichtigt und so werden die einzelnen Mannschaften regelmäßig gewechselt.

Atzlinger: Es ist vor allem wichtig, dass Ruhephasen und Ruhezeiten eingehalten werden, die Mannschaften sollen auch Zeit haben sich wieder regenerieren zu können. Ich kann nur sagen, die Stimmung unter allen Beteiligten ist sehr gut, die Zusammenarbeit läuft perfekt und spannend ist, dass man die Motivation unserer Arbeiter nicht am Wetter ablesen kann - denn diese ist hervorragend. Jeder sieht diese Baustelle als große Herausforderung und ist stolz, dabei sein zu dürfen.

Was sind derzeit die größten Herausforderungen? Lipold: Herausforderungen? Nun zum jetzigen Zeitpunkt definitiv drei große Herausforderungen: Wetter, Wetter, Wetter!!
Atzlinger: Wenn es mit dem Wetter passt dann sind wir alle schon hochzufrieden! Aber natürlich gibt es jetzt einige Bauarbeiten die parallel laufen und aufeinander gut abgestimmt sein müssen. Der Einbau der Pistenbefeuerung ist auf alle Fälle eine Herausforderung. Der dabei zur Verwendung kommende, spezielle Kunstharzmörtel kann nur bei trockenen Wetterverhältnissen eingebaut werden. Zusätzlich müssen 11.000 m² Bodenmarkierungen aufgebracht werden - auch hier ist trockenes Wetter notwendig.

Wie viele Firmen sind in Summe an diesem Bau beteiligt - und was sind ihre Aufgaben? Atzlinger: Die tägliche Arbeit schweißt zusammen und bildet neben Partnerschaften auch Freundschaften - das freut mich. Wir haben ja doch in Summe rund 30 ausführende Firmen: Bohren, Markierung, Hochdruckreinigung, Humusierung, Vermessung, Bitumenemulsionsvorspritzer. Plus zehn Zulieferfirmen: Mischguthersteller, Kabel, Schächte, Sand, Schotter, Beton, Verrohrungen, Baustoffe. Die Firma SSK hat zusätzlich mit rund 30 Transport-Logistikern Verträge, die die Baustelle mit Material versorgen. Da steht schon eine gewaltige Logistik und Planung dahinter, damit dann am Tag alles passt und funktioniert.

Was hätte besser laufen können - womit sind Sie sehr zufrieden, was hat "überrascht"? Atzlinger: Wenn ich noch einen Wunsch ans Christkind erfüllt bekommen hätte, wäre es ganz klar eine längere Bauzeit gewesen. Wir schaffen das alles gemeinsam, aber der Druck ist halt enorm. Mit mehr Zeit hätten wir uns alle leichter getan, aber wir verstehen alle sehr gut - das ist keine einfache Straße die wir bauen und jeder Tag der mehr da gewesen wäre hätte dem Flughafen auch viel Geld gekostet. Aber um es nochmals mit den Worten der Baustellenarbeiter zu beenden: "Bei schönem Wetter und mehr Zeit kann's jeder"…
Lipold: Das gemeinsame Ziel stand immer im Fokus. Auf jeder Baustelle gibt es Ecken und Kanten, wo es manchmal ein wenig eng wird und wo Flexibilität und Improvisation gefragt sind. Der Faktor Mensch steht bei dieser Baustelle definitiv im Vordergrund und wir haben immer bedacht, dass solch eine Herausforderung auch an die Substanz geht. Dort wo wir eingreifen können machen wir das auch, aber der Rest muss aus dem Team kommen - und hier auf Salzburgs größter Baustelle war das nie ein Thema. Das was hier geschafft wurde war schon einzigartig und jeder Partner bei diesem Projekt geht am Abend stolz nach Hause, weil die Leistung die erbracht wurde zu sehen ist. Gratulation an die Mannschaft!

Quelle: SN

Aufgerufen am 12.12.2019 um 02:11 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/wie-steht-es-um-die-baustelle-beim-flughafen-salzburg-70101874

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