Wirtschaft

Zehn Millionen Euro entgehen der Gastro durch die vorgezogene Sperrstunde in der Silvesternacht

Die Sperrstunde in der Silvesternacht bringt Verluste in Millionenhöhe. SN/robert ratzer
Die Sperrstunde in der Silvesternacht bringt Verluste in Millionenhöhe.

Die Wirtschaftskammer Salzburg rechnet mit einem Umsatzentgang von zehn Millionen Euro, der durch die vorgezogene Sperrstunde in der Silvesternacht entsteht. "Durch die für uns in keiner Weise gerechtfertigte und sachlich nicht argumentierbare Vorverlegung der Sperrstunde zu Silvester auf 22 Uhr gehen den Betrieben in Salzburg laut unseren Berechnungen zehn Millionen Euro verloren. Dieses Geld ist unwiederbringlich, weil es durch Förderungen bzw. Hilfsgelder nicht ausgeglichen wird", sagt Albert Ebner, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Salzburg.

Die vorgezogene Sperrstunde ist in der aktuellen Covid-Maßnahmenverordnung geregelt und wurde von der GECKO-Kommission beschlossen, um die bevorstehende Omikron-Welle unter Kontrolle zu behalten.

Der Unmut über die Sperrstunde in der Silvesternacht ist weiterhin groß.

Für den Tourismus sei die jüngste Entscheidung der GECKO-Kommission ein neuerlicher Schlag ins Gesicht gewesen und markiert den vorläufigen Höhepunkt einer andauernden Benachteiligung während der gesamten Coronakrise. "Keine andere Branche musste länger im Lockdown verharren als wir", sagt Ebner. Und das obwohl man früher als viele andere auf umfassende Sicherheits- und Hygienekonzepte gesetzt und die Durchimpfung des Personals erfolgreich forciert habe. "So darf mit einer Branche, die gerade in Salzburg einen derart großen Stellenwert einnimmt, nicht umgegangen werden!", sagt der Spartenobmann. Ebner erwartet sich hier von der Politik im neuen Jahr eine deutlich geänderte Einstellung und mehr Sensibilität bei den Entscheidungen.

Die Proteste der Hoteliers und Wirte bekommt auch die Regierung mit.
Diese bleibt aber bei ihrer Linie. "Wenn Sie mich fragen, tut mir das leid für die Österreicherinnen und Österreicher, dann ein klares Ja" - aber aus Sicht der beratenden Experten sei es einfach notwendig. "Wir versuchen unser Bestes, die Menschen zu schützen", so Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) zur APA.

Etwas anders sieht das der Tiroler Landeshauptmann und Vorsitzende der Landeshauptleutekonferenz, Günther Platter (ÖVP). "Solche überfallsartigen Entscheidungen führen nur zu weiteren Verunsicherungen und werden uns im Kampf gegen die Pandemie und Omikron nicht weiterbringen", sagte er der "Tiroler Tageszeitung".

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) kündigte am Mittwoch Schwerpunktkontrollen der Polizei zum Jahreswechsel an und meinte: "Ich appelliere an alle, feiern Sie Silvester, aber feiern Sie im kleinen Kreis mit Freunden oder Familie."

Von der SPÖ kommt Verständnis für die Sperrstunde vor Mitternacht. Deren Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner meinte auf Facebook, dass heuer "nicht die Zeit für Partys und große Feiern" sei.

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