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Salzburger Festspiele

Max Reinhardt wollte auch Hollywood zur Festspielstadt machen

Salzburgs Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler traf in Los Angeles Nachkommen Arnold Schönbergs und den Urenkel von Max Reinhardt. Der Gründer der Salzburger Festspiele hatte auch für ein Festival in Los Angeles Pläne im Kopf.

Bei ihrer Reise nach Los Angeles, wo sie das Programm der Salzburger Festspiele 2018 präsentierte, konnte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler auf einen Bonus bauen: Von der "Los Angeles Times" wurden die Salzburger Festspiele im Herbst 2017 zum weltbesten Festival gekürt, und "Wozzeck"-Regisseur William Kentridge zum "Artist of the Year" gewählt. In Los Angeles lassen sich aber auch manche kulturelle Anknüpfungspunkte zu den Festspielen entdecken.

So baten die Nachkommen des 1933 in die USA emigrierten Komponisten Arnold Schönberg zur Besichtigung der Schönberg-Villa. Auch ein Treffen mit dem US-Komponisten Justin Reinhardt, dem Urenkel des Festspielgründers Max Reinhardt, stand auf dem Programm. Den Anlass bot eine Aufführung von Reinhardts oscarprämiertem Film "A Midsummer Nigjt's Dream" beim Los Angeles Jewish FIlm Festival. Er wurde zum 75. Todestag des Festspielgründers gezeigt, der 1937 vor den Nazis in die USA fliehen musste.

Was die meisten Zuschauer nicht wussten: Max Reinhardt schlug im März 1930 dem Bürgermeister von Los Angeles vor "ein dramatisch-musikalisches Festspiel in der Hollywood Bowl während der Olympiade in Los Angeles 1932" zu veranstalten. Und zwar nach dem Muster von Salzburg u.a. mit "Bastien und Bastienne" von Mozart und dem auch in Salzburg so erfolgreichen "Sommernachtstraum" von Shakespeare. 1934 fanden zwar Festvorstellungen in Los Angeles statt, aber seinen Traum von Festspielen in Kalifornien konnte Reinhardt nicht verwirklichen.

"Dass er 1938 nicht mehr aus den USA nach Salzburg zurückkehren konnte, sondern von den Nazis schändlich vertrieben wurde, ist ein sehr dunkles Kapitel in der Geschichte unserer Stadt, über das wir in diesem Sommer bei unserem Festspielsymposium zum Thema Zeitenwende 1918/1938 auch diskutieren werden", sagte Helga Rabl-Stadler.

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