Salzburger Festspiele

Salzburger Festspiele: Erstmals spricht eine Kanzlerin und die Präsidentin wünscht sich eine Nachfolgerin

Kanzlerin Brigitte Bierlein übernimmt wie einst Wolfgang Schüssel die Rolle des Kunstministers. Helga Rabl-Stadler hätte gerne eine Nachfolgerin.

Helga Rabl-Stadler wünscht sich eine Frau als Nachfolgerin.  SN/Stefanie Schenker
Helga Rabl-Stadler wünscht sich eine Frau als Nachfolgerin.

Eine Premiere im Protokoll wird es geben beim Festakt zur Eröffnung der heurigen Salzburger Festspiele am 27. Juli: Erstmals wird eine Bundeskanzlerin in der Felsenreitschule sprechen, Brigitte Bierlein. Es ist aber nicht allein der Umstand, dass sie als erste Frau eine Regierung dieses Landes leitet, eine Premiere. Bisher waren in den vergangenen Jahren nämlich immer die Kunst- und Kulturminister, die bei der Eröffnung in Namen der Regierung sprachen. Eine Ausnahme machte 2005 Wolfgang Schüssel. Als zuständiger Minister wäre heuer Alexander Schallenberg an der Reihe, der neben dem Außenministerium auch die Agenden für Kunst und Kultur übernommen hat.

In den so genannten Grußworten der Regierung, ging es stets darum nicht zu freundlich zu grüßen, sondern zumindest in wenigen Sätzen auch ein paar kulturpolitische Statements abzugeben. Meistens geht das allerdings nicht über Plattitüden hinaus, in denen die Salzburger Festsspiele und ihre Bedeutung für das ganze Land gepriesen wurden. "Ohne Übertreibung kann man sagen, dass heute wohl das bedeutendste Festival für Musik und darstellenden Kunst der Welt eröffnet wird", war der Satz mit dem etwa im vergangenem Jahr Kulturminister Gernot Blümel seine Rede begann. Aus Kreisen der Salzburger Landesregierung war zu hören, dass sich Bierlein mit bloß allgemeinen Sätzen nicht begnügen würde. Offizieller Festredner der Eröffnung ist heuer Regisseur Peter Sellars, Er inszeniert auch die Eröffungspremiere "Idomeneo" mit Dirigent Teodor Currentzis.

Wie auch bei der Wiederaufnahme von "Salome" oder auch die 14 Aufführungen des "Jedermann" sind für diese Mozart-Oper schon alle Tickets weg. Dies sagte Präsidentin Helga Rabl-Stadler am Dienstag in einem Interview mit der Austria Presse Agentur.

Rabl-Stadler blickt drei Wochen vor Beginn der Salzburger Festspiele zuversichtlich in den Sommer. "Der Vorverkauf läuft glänzend und übersteigt sogar die sehr guten Ergebnisse des Vorjahres", sagt sie. Es wird der vorletzte Sommer, den die 71-Jährige als Präsidentin erleben wird. Sie hatte das Amt 1995 übernommen.

Nach dem Juliläumsjahr 2020, die Festspiele werden dann 100, sei Schluss. "Endgültig", "hundertprozentig", "definitiv", "zweifellos" waren die Wörter, die sie in den vergangenen Wochen zu ihrem Abschied sagte. Eine öffentliche Diskussion über die Nachfolge gibt es (noch) nicht und auch "keine Ratschläge" von Rabl-Stadler, Nur eins sagt sie: "Ich würde mir wünschen, dass es eine Frau wird. Ich halte es für ziemlich unerträglich, wenn ein Dreiergremium heutzutage rein männlich besetzt ist."

Quelle: SN-Bef, Apa

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