Salzburger Festspiele

Salzburger Festspiele: Hinterhäuser als Intendant bis 2026 verlängert

Das Kuratorium der Salzburger Festspiele beschloss am Dienstagnachmittag eine zweite Amtszeit für Intendant Markus Hinterhäuser.

Bleibt bis 2026 Intendant der Salzburger Festspiele: Markus Hinterhäuser. SN/Franz Neumayr
Bleibt bis 2026 Intendant der Salzburger Festspiele: Markus Hinterhäuser.

Seit fast einem Vierteljahrhundert hat es dies nicht mehr gegeben. Was zuletzt über Gerard Mortier Mitte der 1990er Jahre zu berichten gewesen ist, gilt jetzt für Markus Hinterhäuser: Der Vertrag des Intendanten der Salzburger Festspiele wird um eine zweite Amtszeit verlängert. Am Dienstag bestellte ihn das Kuratorium bis 30. September 2026. Damit wird seine derzeit bis Sommer 2021 laufende Intendanz um fünf Jahre verlängert.

"Langfristige Perspektive"

"Markus Hinterhäuser hat die Salzburger Festspiele hervorragend ausgerichtet", sagte Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP), derzeit Vorsitzender des Kuratoriums. Darum und um "eine langfristige Perspektive" zu sichern, habe das Kuratorium einstimmig die Vertragsverlängerung beschlossen. In der vorangegangenen Ausschreibung habe sich außer dem 61-jährigen Hinterhäuser niemand andrer beworben, berichtete Harald Preuner. Warum das? In der vorigen Sitzung vom 21. Februar habe das Kuratorium den jetzigen Intendanten gefragt, ob er sich für eine zweite Amtszeit bleiben wolle. Dass dessen Zusage publik gemacht worden sei, habe offenbar andere etwaige Interessenten von einer Bewerbung abgehalten.

"Komplexer und organisierter Traum"

"Das Kunstwerk ist ein organisierter Traum." An dieses Zitat des ungarischen Schriftsteller György Konrád knüpfte Markus Hinterhäuser sein Bekenntnis als Intendant. Er wolle "das Kunstwerk Festspiele" las "komplexer und organisierter Traum" weiterhin verwirklichen, teilte er nach der Kuratoriumssitzung mit. "Festspiele im 21. Jahrhundert bedeuten mehr denn je, sich den Realitäten einer sich in dramatischem Tempo verändernden Welt zu stellen." Sie dürften nicht bloß die Zeitläufe zur Kenntnis nehmen, sondern "sie müssen klug und kreativ agieren". Zudem müssten sich sich "den Tatsachen einer digitalen Welt" stellen und zu "den Entwürfen einer beliebigen technischen Reproduzierbarkeit" ein Gegenmodell anbieten.

Weder über den Vertrag von Präsidentin Helga Rabl-Stadler, noch über jenen von Schauspielchefin Bettina Hering sei am Dienstag beraten worden, erläuterte Harald Preuner. Für die Präsidentin gelte der Beschluss vom Februar: Ihr eigentlich per 30. September 2020 auslaufende Vertrag wird bis 31. Dezember 2020 erstreckt, um die Salzburger Festspiele zum 100-Jahre-Jubiläum von Personaldebatten zu verschonen. Erst danach, also im September 2020, soll der Präsidentenposten ausgeschrieben werden.

Rekordbudget für 2020

Weiters schlug das Kuratorium am Dienstag erste Pflöcke für 2020 ein. Zum 100-Jahre-Jubiläum gibt es ein reguläres Budget und ein Zusatzbuget. Das reguläre Budget wurde am Dienstag beschlossen: Nach 61,7 Millionen Euro für 2019 stehen im Jahr 2020 66,5 Millionen Euro zur Verfügung. Das ist ein historischer Höchstwert in der Geschichte der Salzburger Festspiele. Der bisherige Rekord war im Jahr 2012 (mit Alexander Pereira als Intendanten) mit 64,8 Millionen Euro; im Mozartjahr 2006 hatte das Budget erst 53,1 Millionen Euro erreicht.

Historischer "Jedermann"

Wird 2020 der "Jedermann" neu inszeniert? Ist zum 100-Jahre-Jubiläum eine historische Wiederaufnahme der ersten Inszenierung von 1920 vorgesehen? Wird die von Präsidentin Helga Rabl-Stadler unlängst angekündigte "russische Oper" ein neuer "Boris Godunow"? All dies wollte Harald Preuner nicht bestätigen. Hingegen hob er hervor, dass das Rekordbudget von 66,5 Millionen Euro keine Subventionserhöhung bedinge. Bund, Land, Stadt und Tourismusfonds würden für 2020 - wie heuer und 2018 - 16,8 Millionen Euro an Subvention gewähren. Der Mehraufwand im Jubiläumsjahr werde durch Mehreinnahmen in Sponsoring und Kartenverkauf finanziert. Vor allem werde es mehr Opernaufführungen und mehr Konzerte als bisher geben.

"Von Anthering bis Zell am See"

Neben dem regulären Budget habe das Direktorium für 2020 ein Sonderbudget beantragt. Dieses sei noch nicht fixiert, sagte der Bürgermeister. Dafür müsse - insbesondere mit der Bundesregierung - über eine Zusatzfinanzierung verhandelt werden.

Über dieses Sonderbudget solle das Jugendprogramm ausgeweitet werden, sagte Preuner. Zudem wolle das Direktorium 2020 unter dem Motto "Von Internationalität bis Regionalität" auch Veranstaltungen "von Anthering bis Zell am See" bieten.

Quelle: SN

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