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#10 Neurowissenschafterin Belinda Pletzer beschreibt die Auswirkungen der Anti-Baby-Pille

Ihre Forschung sorgte weltweit für Aufsehen: Die Salzburger Neurowissenschafterin Belinda Pletzer hat in ihrer Dissertation herausgefunden, dass die Anti-Baby-Pille das Gehirn verändert. Was das bedeutet und inwiefern sich das Gehirn bei Frauen und Männern unterscheidet, erzählt sie in einer neuen Podcast-Folge von der "gefragten Frau".

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Die gefragte Frau Katharina Maier
Belinda Pletzer ist Neurowissenschafterin in Salzburg und beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Sexualhormonen auf das Gehirn.  SN/maier
Belinda Pletzer ist Neurowissenschafterin in Salzburg und beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Sexualhormonen auf das Gehirn.

Einst war die Anti-Baby-Pille ein revolutionärer Schritt in Richtung Gleichberechtigung. Heute wächst die Skepsis gegenüber hormoneller Verhütung. Wie der aktuelle Verhütungsreport des Gynmed-Ambulatoriums zeigt, wenden sich immer mehr Frauen von der Pille ab. Aktuell geben 34 Prozent der gebärfähigen Frauen in Österreich an, mit der Pille zu verhüten. Im Jahr 2012 waren es noch 45 Prozent.

Belinda Pletzer, Neurowissenschafterin in Salzburg, will keine eindeutige Antwort geben, ob die Pille gut oder schlecht für unseren Körper ist. "Dazu fehlen uns schlichtweg die wissenschaftlichen Informationen." Was sie aber sagen kann: Die Pille verändert unser Gehirn. Wie sie in ihrer Dissertation herausgefunden hat, sind gewisse Bereiche im Gehirn bei Frauen, die die Pille nehmen, größer als bei jenen, die die Pille nicht nehmen.

Dass die Pille den natürlichen Zyklus unterdrückt ist hingegen bekannt und unumstritten. "Das Problem ist, dass viele junge Frauen die Pille nehmen, ohne zunächst über ihren natürlichen Zyklus Bescheid zu wissen", sagt Pletzer und plädiert für mehr Aufklärung in diesem Bereich. Mit ihrer Forschung will sie einen Teil dazu beitragen: "Frauen haben ein Recht darauf, zu wissen, was mit ihrem Körper passiert, wenn sie Medikamente wie die Pille nehmen."

Pletzer spricht sich jedoch nicht gegen hormonelle Verhütung aus, sondern plädiert für mehr Forschung auf diesem Themengebiet. Außerdem brauche es eine bessere Sexualaufklärung bei Kindern und Jugendlichen, sagt die Wissenschafterin.

Neben den Auswirkungen der Pille erforscht Belinda Pletzer auch die Unterschiede in der Gehirnstruktur zwischen Männern und Frauen. Ein Hindernis dabei sei die Tatsache, dass die Debatte um Geschlechtsunterschiede so emotional geführt werde, sagt sie im Podcast: "Geschlechtsunterschiede sind etwas, an das Menschen glauben - oder nicht glauben. Ich finde aber, dass Glaube in der Forschung nichts verloren hat."

Inwiefern Frauen und Männer neurologisch gesehen unterschiedlich ticken und welche Befürchtungen Belinda Pletzer bei ihrer Forschung begleiten - das hören Sie in einer neuen Folge der Podcast-Serie "Die gefragte Frau". Außerdem erfahren Sie, welche Funktion Hormone im weiblichen Körper haben und warum sich die Anti-Baby-Pille sogar auf die Partnerwahl auswirken kann.

"Die gefragte Frau" hören Sie auf allen gängigen Streaming-Plattformen (iTunes, Spotify, Deezer, etc.) sowie hier auf SN.at!

Mehr Informationen zur Forschung von Belinda Pletzer finden Sie hier.

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