Eishockey

Eisbullen: "Wir wollen heuer zwei Titel gewinnen"

Bei Salzburg-Torhüter Michalek stimmt nun nicht nur die Form, sondern auch das Selbstvertrauen. Gegen München um Finale und Prestige.

Auf dem Boden, aber gegen Konrad Abeltshauser von RB München siegreich: Goalie Michalek.  SN/gepa pictures
Auf dem Boden, aber gegen Konrad Abeltshauser von RB München siegreich: Goalie Michalek.

Irgendwie ist Steve Michalek ein Spiegelbild seines Teams in dieser Saison. Denn in der heimischen Erste Bank Liga schwanken die Red Bulls Salzburg zwischen stark und nicht mehr anschaubar. Und der von Iowa Wild aus der American Hockey League geholte Goalie ist da bisher mit blassen 89,5 Prozent Abwehrquote und 2,93 Gegentoren Schnitt nur auf Platz zwölf, übrigens gleichauf mit dem Salzburger im Grazer Dress, Thomas Höneckl.

Doch in der Champions Hockey League wuchs der 25-Jährige aus Hartford/Connecticut wie seine Kollegen über sich hinaus: Vor dem zweiten Halbfinale gegen die Red-Bull-Brüder aus München heute, Mittwoch (Eisarena, 20.20), ist Michalek mit 1,77 Gegentoren und 93,55 Prozent Abwehrquote die Nummer eins der CHL - und wurde unter die drei besten Spieler dieser CHL-Saison gewählt. "Das ist natürlich eine Auszeichnung, aber als Goalie bist du nur so gut wie deine Vorderleute. Also ist das eine Ehre für unser ganzes Team, nicht nur für mich", sagt er bescheiden.

Und er gibt zu seinen mäßigen Leistungen am Saisonstart zu: "Ja, ich brauchte einige Zeit zum Anpassen an die Eisfläche, die Systeme, die Spiele hier. Aber es wurde immer besser." So gut jedenfalls, dass er in den CHL-Play-offs die Stars aus Växjö, Bern, Rouen, Oulu und die Münchner Bullen zur Verzweiflung brachte. "Jedes Team schlittert einmal in ein Tief, und jedes will so rasch wie möglich da heraus. Zum Glück fanden wir immer noch heraus", bestätigt der Amerikaner.

Ein Kompliment gibt Michalek an Goalie-Trainer Santeri Hilli weiter: "Er arbeitete sehr viel und intensiv mit mir. Vor allem brachte er mir bei, immer positiv zu sein."  Im entscheidenden Rückspiel gegen München (nach dem 0:0 in der ersten Partie steigt heute der Sieger, egal mit welchem Score, auf) wird ihn kaum noch etwas überraschen: "Wir wissen um die Ausgeglichenheit der Münchner mit vier starken Linien."

Und die Ziele sind für Michalek auch längst klar: "Wir wollen die CHL gewinnen. Und dann durch die Play-offs der heimischen Liga marschieren."

Wie Salzburg in Wien und gegen Linz gewann auch München die Wochenendspiele (auswärts in Krefeld und Düsseldorf), muss länger auf Topscorer John Mitchell verzichten. "Unsere Linien bleiben unverändert", sagt Salzburgs Headcoach Greg Poss, der ergänzt: "Wir haben viel gelernt im Hinspiel, das werden wir nützen." Gazley (trainiert wieder auf Eis, keine Schulteroperation) und Viveiros (bis zu sieben Wochen out) fehlen auch heute.

Aufgerufen am 20.08.2019 um 02:57 auf https://www.sn.at/sport/eishockey/eisbullen-wir-wollen-heuer-zwei-titel-gewinnen-64141294

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