Bundesliga

Das Wunder von Mischendorf: Bergheim ist nach 7:2 fast gerettet

Mit dem Rücken zur Wand haben die Fußballerinnen des FC Bergheim ungeahnte Kräfte freigesetzt. Im vorentscheidenden Kellerduell der Bundesliga überrollte das Team von Trainer Dragan Terzic den FC Südburgenland mit 7:2 und hat den Klassenerhalt so gut wie fix geschafft.

Vierfach-Torschützin Emelie Kobler. SN/GEPA pictures
Vierfach-Torschützin Emelie Kobler.

Das Dörfchen Mischendorf nahe der ungarischen Grenze war am Sonntag Schauplatz einer sportlichen Wiederauferstehung der besonderen Art. Mit einem 7:2-(6:1)-Kantersieg beim FC Südburgenland hat der FC Bergheim in der vorletzten Runde einen ganz großen Schritt zum Klassenerhalt in der Frauenfußball-Bundesliga gesetzt. Südburgenland (jetzt zwei Punkte hinter Bergheim) müsste in der Schlussrunde bei Vizemeister Sturm Graz gewinnen, um noch vom letzten Platz wegzukommen.

Schon nach 25 Sekunden traf Emelie Kobler mit einem Traumtor ins Kreuzeck zum 1:0. Die in Alabama (USA) studierende 19-Jährige war eigens fürs Ligafinish zurückgekehrt und mit allein vier Treffern gegen die völlig überforderten Burgenländerinnen die überragende Spielerin auf dem Platz. Christina Gierzinger steuerte zwei Treffer bei, Chiara Lapuste einen. Schon nach acht Minuten stand es 3:0, zur Halbzeit führte Bergheim mit 6:1. Obwohl die zweite Halbzeit nur mehr ein Schaulaufen war, blieben Julia Kastner und Co. aggressiv und engagiert.

Dragan Terzic sagte nach dem Spiel: "Wir sind hierhergekommen und waren fast abgestiegen. Es war phänomenal, wie die Mannschaft das umgesetzt hat. Uns ist sofort ein Tor gelungen, wir haben immer dran geglaubt. Wir haben einen schönen Fußball gespielt, obwohl das Spiel enorm wichtig gewesen ist. Wir müssen trotzdem weiter konzentriert bleiben. Wenn wir gegen Austria Wien defensiv gut stehen, können wir wieder punkten, dann bleiben wir auch sicher in der Liga."

Emelie Kobler: "Das Ziel war, gleich vorne draufzudrücken und früh zu treffen. Das hat funktioniert. Die drei Punkte sind unglaublich wichtig. Uns ist klar, dass es jetzt noch nicht fix ist. Wir werden versuchen, auch gegen Austria Wien zu punkten."

Die US-Legionärin hat nach ihrer Rückkehr zwei Wochen mit ihrem alten Club trainiert: "Die meisten Spielerinnen kannte ich ja von früher. Wichtig war, das Vertrauen vom Trainer zu bekommen. Er lässt ein anderes System spielen, aber ich habe mich sehr gut daran gewöhnt."

Der entscheidende Faktor gegen Südburgenland sei aber die Mentalität gewesen: "Wir waren die, die es mehr wollten", erklärte Kobler.

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