Bundesliga

Meisterparty von Red Bull Salzburg wurde vertagt

Vor dem Cupfinale am Mittwoch gegen Rapid konnte Red Bull Salzburg den Meistertitel noch nicht fixieren. Beim 1:2 in Wolfsberg blieben die Bullen blass, Torchancen waren Mangelware.

Hoch das Bein: Mit dem besseren Ende für Kevin Friesenbichler (r., gegen Diadié Samassékou). SN/APA/GERT EGGENBERGER
Hoch das Bein: Mit dem besseren Ende für Kevin Friesenbichler (r., gegen Diadié Samassékou).

Am vergangenen Mittwoch hatte Wolfsberg in der Red-Bull-Arena die große Sensation mit einem Sieg bei Fußballmeister Red Bull Salzburg noch knapp verpasst. Erst in der Schlussphase kassierten die Kärntner nach einer 1:0-Führung noch die Treffer zum 1:3. Im Rückspiel am Sonntag jubelte aber der Außenseiter und fügte den Bullen beim 2:1 die zweite Saisonniederlage in der Liga zu.

Die langen Gesichter beim Tabellenführer waren verständlich. Die Titelfeier der Bullen ist nach dem 3:2-Sieg des LASK bei Sturm Graz vorerst nämlich einmal aufgeschoben, aber was noch mehr schmerzte, war die schwache Leistung des Serienmeisters. Ausgerechnet vor dem Cupfinale am Mittwoch gegen Rapid ließ die Truppe von Trainer Marco Rose viele Tugenden vermissen, die den Serienmeister in den vergangenen Wochen immer wieder ausgezeichnet hatten.

Die Niederlage in Wolfsberg werden die Bullen aber verschmerzen können, auch wenn sich Stefan Lainer und Co. nicht meisterlich präsentieren konnten. Es gingen zu viele Zweikämpfe verloren und auch in der Offensive fehlte lange Zeit die oft gezeigte Durchschlagskraft. Trainer Rose hatte in der Startformation auf seine beiden Topangreifer Munas Dabbur und Fredrik Gulbrandsen verzichtet. Erst als Gulbrandsen nach einer Stunde eingewechselt wurde, kamen die Bullen besser ins Spiel. So war es fast logisch, dass der Norweger nach Vorarbeit von Takumi Minamino zum 1:1 traf. Zuvor hatten die extrem bissigen Wolfsberger nach dem 1:0 von Kevin Friesenbichler einige gute Möglichkeiten vergeben, war Christopher Wernitznig mit einem Schuss an der Latte gescheitert.

Salzburgs Beine wirkten nach der langen Saison mit der Dreifachbelastung Meisterschaft, ÖFB-Cup, Europa League schwer. Es fehlte oft die Power, um die kampfstarken Wolfsberger in Verlegenheit bringen zu können. Auch nach dem Ausgleich hatte der WAC die richtige Antwort parat. Nach einem Freistoß brachten die Salzburger den Ball nicht aus der Gefahrenzone und Marcel Ritzmaier schoss von der Strafraumgrenze zum 2:1 ein. Zwar hatte Gulbrandsen mit einem Lattenknaller noch Pech, aber den Meistertitel nach so einer Leistung zu feiern, das wäre wohl auch des Guten zu viel gewesen.

Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund wird trotz der Niederlage einigermaßen Grund zur Freude gehabt haben. Denn Angreifer Sekou Koita, der vom Farmteam der Bullen, dem FC Liefering, an den WAC ausgeliehen ist und nach der Saison zurückkehren könnte, ließ die Bullen-Abwehr in vielen Phasen ganz schlecht aussehen. Der 19-Jährige empfahl sich jedenfalls eindrucksvoll. Vielleicht bildet Koita in Zukunft mit Hee-Chan Hwang den neuen Sturm. Der Meister holt nämlich Hwang nach Saisonende vom Hamburger SV zurück.

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