Bundesliga

Rapid peilt vor Präsidentenwahl Sieg gegen Sturm Graz an

Bei Fußball-Rekordmeister Rapid steht dieser Tage der Kampf um das Präsidentenamt im Vordergrund. Am Sonntag (17.00 Uhr) wollen die Hütteldorfer im Heimspiel gegen Sturm Graz dafür sorgen, dass kurzzeitig wieder sportliche Schlagzeilen das Duell zwischen Martin Bruckner und Roland Schmid überstrahlen. Dafür muss dem Vierten gegen den nur einen Zähler dahinter liegenden Fünften ein Sieg gelingen.

Die Rapid-Fans erwarten einen Sieg SN/APA/HERBERT PFARRHOFER
Die Rapid-Fans erwarten einen Sieg

Beide Teams stehen mit je sieben Saisonsiegen in 14 Spielen deutlich besser da als in der vergangenen Saison. Nur hinter den Top drei liegend sind die Ansprüche in Wien und Graz aber klarerweise höher. "Wir wollen nach dem Spiel auf jeden Fall nicht hinter Sturm zurückfallen", formulierte Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer das Minimalziel. Ein Remis wäre für die Anhängerschaft aber sicher nicht zufriedenstellend, zumal die Wiener in der Heimtabelle mit acht Punkten aus sieben Spielen alles andere als gut dastehen.

Auch sonst könnten die Vorzeichen besser sein. Durch die langfristigen Ausfälle der am Knie verletzten Philipp Schobesberger und Dalibor Velimirovic gab es zwei personelle Hiobsbotschaften. "Wir haben wieder richtige Watsch'n kassiert, die uns wehtun, ich glaube aber, dass das Team so gefestigt ist, dass es mit Rückschlägen umgehen und Ausfälle kompensieren kann", sagte Sportvorstand Zoran Barisic.

Kühbauer kennt die Situation allzu gut, zieht sich die Verletzungsproblematik doch wie ein roter Faden durch die Saison. "Für die Mannschaft ist es sehr hart, wir haben aber noch genügend Spieler, die gutes Potenzial haben, um Sturm schlagen zu können", betonte der Burgenländer. Taxiarchis Fountas kehrt ins Team zurück und soll offensiv für Impulse sorgen, für Koya Kitagawa kommt die Partie noch zu früh. In der Defensive gilt es für die Wiener vor allem Kiril Despodow auszuschalten. "Er ist ein Topspieler für diese Liga, darf nicht viele Räume bekommen", wusste der Rapid-Coach.

Nicht förderlich in der Spielvorbereitung ist, dass die Präsidentenwahl verständlicherweise Thema in der Rapid-Kabine ist, da Routinier Mario Sonnleitner und Co. am Montagabend bei der Hauptversammlung wahlberechtigt sind. "Ich wünsche mir, dass wir uns zu 100 Prozent auf die nächste Aufgabe konzentrieren", betonte daher Barisic. Er war da guter Dinge. "Ich glaube nicht, dass am Sonntag ein Spieler an die Wahl denkt. Jeder will das Spiel gewinnen, und ob das das Ergebnis der Wahl beeinflusst, kann man nicht sagen", meinte der Wiener.

Motiviert müssen seine Spieler jedenfalls nicht werden. "Es ist immer ein Schlagerspiel und birgt auch eine gewisse Brisanz, was die Tabellensituation betrifft", erinnerte der 49-Jährige. Der gebürtige Steirer Sonnleitner konnte das nur unterstreichen. "Sturm gegen Rapid ist immer eine besondere Begegnung, da ist immer eine besondere Motivation dabei."

Das erste Saisonduell ging dank eines Treffers von Stefan Schwab in Graz mit 1:0 an Rapid. Es war der zweite Sieg der Hütteldorfer gegen Sturm in Folge. Die Steirer sehen sich auch deshalb als Außenseiter. "Rapid ist ein Verein, der ein bisschen größer als wir ist, auch reicher, so kann man nicht unbedingt einen Sieg von uns erwarten", meinte Coach Nestor El Maestro. Angepeilt wird dieser aber natürlich. "Bei Spielen wie gegen Rapid oder Salzburg habe ich, was Motivation, Laufstärke, Aggressivität betrifft, wenig Bedenken. Gegen diese Mannschaften müssen diese Tugenden stimmen, sonst sieht man ganz alt aus", erläuterte der Sturm-Coach.

Vorbereitet ist man für den Schlager bestens. In der Länderspielpause wurde laut El Maestro "mehr und intensiver" trainiert als in normalen Wochen. "Wir fahren voller Selbstvertrauen nach Wien", schilderte Abwehrspieler Isaac Donkor. Nicht dabei dürfte Offensivspieler Thorsten Röcher sein - aufgrund muskulärer Probleme. Unterstützt werden die in der Liga bei Rapid vier Partien unbesiegten Grazer in Hütteldorf von mehr als 1.000 Anhängern. Bis Freitagmittag waren mehr als 16.000 Karten verkauft.

Quelle: APA

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