Bundesliga

Red Bull Salzburg: Der Meisterparty folgt ein Transferpoker

Nicht wenige Meisterkicker von Red Bull Salzburg sind bei Traditionsclubs aus den europäischen Topligen gefragt. Wer die besten Chancen auf einen lukrativen Transfer im Sommer hat, analysieren die SN.

Jubel über den Teller beim Serienmeister.  SN/GEPA pictures
Jubel über den Teller beim Serienmeister.

Der goldene Meisterteller ist seit Sonntag wieder in Salzburg. Mit einer rauschenden Partynacht vor dem Schloss Kleßheim und später in diversen Lokalen der Salzburger Innenstadt feierten die Spieler von Fußballmeister Red Bull Salzburg und viele Fans den fünften Titelgewinn in Serie. Aber Sportdirektor Christoph Freund musste schon am Tag danach den Blick in die Zukunft werfen. Denn die Meisterkicker sind auch bei Clubs in europäischen Topligen begehrt. "Es stehen viele Spieler am Zettel von großen Vereinen. Wenn diese aus einer Topliga Angebote bekommen, können wir finanziell nicht mithalten. Aber auch wir sind eine gute Adresse und können vor allem jungen Spielern ein Optimum bieten", betonte Freund, der sich keinen Illusionen hingibt: "Es werden Jungs den nächsten Schritt machen."

Droht nun gar ein kompletter Ausverkauf? Die "Salzburger Nachrichten" stellten eine Prognose auf.


Amadou Haidara. Der 20-jährige Nationalspieler aus Mali ist der Aufsteiger der Saison. Aus dem Team, das in der vergangenen Saison die Youth League gewann, schaffte er nicht nur den Sprung zum unverzichtbaren Stammspieler, sondern überzeugte vor allem in den internationalen Spielen. Haidara beeindruckte mit seiner Torgefährlichkeit und im Dribbling auch die Chefs von RB Leipzig. Haidara soll beim deutschen Bundesligisten Naby Keita ersetzen.
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Diadie Samassekou. Schon in der vergangenen Saison stand der zentrale Mittelfeldspieler auf der Wunschliste einiger Clubs in Frankreich. Lille und Marseille blitzten damals noch ab. Für den 22-Jährigen ist die Zeit reif, den nächsten Schritt zu versuchen. Salzburg wird ihn kein zweites Mal überzeugen können, seinen Vertrag zu erfüllen.
Wechselt zu: 100%

Valon Berisha. Wenn der Mittelfeldspieler nicht jetzt wechselt, wann dann? Seit Jahren gehört Berisha zu den Aktivposten, schon vor Beginn der Saison stand ein Wechsel nach England im Raum. Sportdirektor Christoph Freund leistete aber damals noch beste Überzeugungsarbeit. Eine Ausstiegsklausel war für einen Verbleib notwendig. Die wird Berisha jetzt ziehen.
Wechselt zu: 100%

Hee-Chan Hwang. Nicht nur in England bei Tottenham, sondern auch in der Liga des Weltmeisters bei Borussia Dortmund ist der Angreifer ein Thema. Dortmund soll sogar bereit sein, an die 15 Millionen Euro zu überweisen. Antrittsschnelle Stürmer wie der 22-jährige Südkoreaner sind in den Topligen besonders gefragt.
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Duje Caleta-Car. Wenn der kroatische Teamspieler auch noch bei der WM-Endrunde in Russland eine gute Rolle spielt, dann wird es für die Bullen fast unmöglich werden, den Innenverteidiger noch eine weitere Saison zu halten. In der Winter-Transferzeit hatte Spartak Moskau Interesse gezeigt.
Wechselt zu: 60%

Munas Dabbur. Der Führende der Bundesliga-Torschützenliste steht vor allem bei Clubs aus Osteuropa auf der Wunschliste. Sollte ein entsprechendes Angebot kommen, wollen ihm die Bullen auch nichts in den Weg legen.
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Stefan Lainer. Dass der Rechtsverteidiger nach seiner überragenden Saison offiziell noch nicht mit Angeboten überhäuft wurde, ist unverständlich. Der Nationalspieler würde nur bei einem Topangebot wechseln, zuvor noch will er mit Salzburg in die Champions League.
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Xaver Schlager. Dass der Youngster den Sprung zu einem Spitzenteam schafft, steht außer Frage. Aber zuvor wird Schlager noch ein Jahr beim Serienmeister reifen.
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Cican Stankovic. Salzburgs Torhüter Nummer zwei zeigte bei seinen Einsätzen, dass er die Qualitäten zur Nummer eins mitbringt. Ob er sich weiter damit zufriedengibt, hinter Alexander Walke in die Saison zu gehen? Aber vielleicht mischt Trainer Marco Rose die Karten bei der Torhüterfrage auch neu.
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Aber bleibt Marco Rose überhaupt eine zweite Saison Cheftrainer bei Red Bull Salzburg? Noch fehlt ein klares Bekenntnis dafür, dass er seinen Vertrag erfüllen oder ihn sogar verlängern wird. Wobei die Betonung auf noch liegt. Während sich der Meistermacher nicht mehr zu seiner Zukunft äußern will, meinte Sportdirektor Christoph Freund nach der Meisterparty optimistisch: "Ich gehe davon aus, dass wir mit Marco in die neue Saison gehen." Freund wird sich auch bald entscheiden müssen, ob die auslaufenden Verträge von Reinhold Yabo, Christoph Leitgeb und Jerome Onguene (Leihe) noch einmal verlängert werden.

Am Sonntag hatte sich Salzburgs Sportdirektor nicht nur über einen 1:0-Heimsieg gegen Mattersburg - fixiert durch Joker Fredrik Gulbrandsen mit der letzten Aktion des Spiels in der 95. Minute - gefreut, sondern auch über einen neuen Punkterekord in der Bundesliga-Geschichte. Die Bullen halten vor der 36. und letzten Runde nun bei 83 Zählern, die bisherige Bestmarke waren 82 Punkte von der Wiener Austria in der Saison 2012/13.

Red Bull Salzburg beendete die Heimsaison damit ungeschlagen, neben 14 Siegen gab es vier Remis. Nach dem Schlusspfiff bekamen die Bullen zum fünften Mal in Serie von Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer den Meisterteller überreicht. Insgesamt ist es der neunte Titel in der Red-Bull-Ära (seit 2005) und der zwölfte für Salzburg.

Aufgerufen am 20.09.2020 um 02:01 auf https://www.sn.at/sport/fussball/bundesliga/red-bull-salzburg-der-meisterparty-folgt-ein-transferpoker-28225816

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