Fußball

FC Barcelona verdreht Bullen-Talent den Kopf

RB Leipzig bekam im Tauziehen um Salzburgs Dayot Upamecano überraschend Konkurrenz. Der 18-Jährige zögert mit seiner Unterschrift.

Nizza-Star Balotelli sah gegen Upamecano (l.) kaum Land.  SN/gepa pictures
Nizza-Star Balotelli sah gegen Upamecano (l.) kaum Land.

Der Trainer von RB Leipzig, Ralph Hasenhüttl, will spätestens am kommenden Sonntag im Test gegen die Glasgow Rangers seine Elf für den Saisonstart in der Fußball-Bundesliga am 21. Februar gegen Eintracht Frankfurt gefunden haben. Der Steirer, der die Leipziger sensationell auf den zweiten Tabellenplatz geführt hat, wäre glücklich, könnte er gegen die Schotten auch bereits mit Dayot Upamecano planen. Das 18-jährige Toptalent von Red Bull Salzburg steht auf der Wunschliste von Ralf Rangnick ganz oben. Der Leipzig-Sportdirektor will um den Defensivspieler auch kämpfen. Das wird er auch tun müssen, denn seit Montag verdreht Spaniens Topclub FC Barcelona Upamecano und dem Management des Franzosen den Kopf.

Aber nicht nur Barcelona, auch Champions-League-Sieger Real Madrid scheint plötzlich großes Interesse am französischen Nachwuchsnationalspieler gefunden zu haben. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Berater von Upamecano es nicht eilig haben, ihrem Schützling zu einer Vertragsunterschrift in Leipzig zu raten. Upamecano ist zwar erst 18 Jahre alt, aber er bringt alle körperlichen Voraussetzungen mit, um sich auch in einer der europäischen Topligen durchsetzen zu können. Es stellt sich nur die Frage, ob ein Wechsel zu RB Leipzig oder Barcelona nicht etwas zu früh kommt. Aber Upamecano zeigte in den Gruppenspielen der Europa League im vergangenen Herbst mit seiner Präsenz, Zweikampf- und Spielstärke, dass er international bestens mithalten kann.

Kein Wunder also, dass Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick, der Upamecano 2015 zu Red Bull Salzburg geholt hatte, um den Youngster kämpft. "Schon als ich ihn für Salzburg verpflichtet habe, waren viele Topclubs an ihm interessiert. Er ist ein schneller und zweikampfstarker Spieler", schwärmt der Sportdirektor vom 18-jährigen Innenverteidiger, für den die Leipziger mehr als zehn Millionen Euro überweisen müssten. Bis 2018 ist Upamecanos Vertrag in der Mozartstadt noch datiert, eine mögliche Ablöse bliebe aber ohnehin im gleichen Unternehmen.

Diese würde für die Salzburger mit Sicherheit aber um einiges höher ausfallen, wenn Upamecanos Berater den Deal mit Barcelona in die Realität umsetzen könnte. Im Poker mit den Spaniern besitzt Red Bull Salzburg etwas bessere Karten, könnte darauf beharren, dass Upamecano seinen Vertrag beim österreichischen Meister erfüllen muss. Ob Upamecano dann allerdings noch bereit und motiviert ist, für die Salzburger alles zu geben? Erinnerungen an den Fall Sadio Mane werden wach. Der Flügelflitzer erzwang letztendlich einen Transfer nach England, als er den Flug nach Malmö zum Qualifikationsspiel zur Champions League "verpasste".

Entscheidet sich Upamecano, der mit seinen 18 Jahren zu den größten Defensivtalenten Europas zählt, allerdings dafür, noch in dieser Transferperiode zum Schwesterclub nach Leipzig zu wechseln, können die Salzburger Clubverantwortlichen ohnehin erneut nur gute Miene zum bösen Spiel machen.

Aufgerufen am 25.09.2018 um 03:39 auf https://www.sn.at/sport/fussball/fc-barcelona-verdreht-bullen-talent-den-kopf-545083

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