Fußball

So viel Salzburg steckt im Sensationsteam RB Leipzig

Der Red-Bull-Club stellt die deutsche Bundesliga auf den Kopf. Fast die halbe Mannschaft spielte vor eineinhalb Jahren noch in Österreich.

Wohin wird das noch führen? RB Leipzig kletterte in der 11. Runde mit einem 3:2-Auswärtssieg bei Bayer Leverkusen an die Spitze der deutschen Bundesliga. "Bayern-Jäger" wollten sie nicht sein, nun sind selbst die Gejagten. Der Rekordmeister hatte am Samstag bei Dortmund mit 0:1 das Nachsehen.

Dortmund-Coach Thomas Tuchel unterstrich, was immer Experten für möglich halten - dass Leipzigs Erfolg keine Eintagsfliege bleibt. "Ich würde sagen, dass Leipzig den exakt gleichen Weg wie Leicester City gehen kann", sagte Tuchel. Der Club war in der Vorsaison völlig unerwartet Meister in der englischen Premier League geworden.

Selbst Sportdirektor Ralf Rangnick rückt mit Blick auf Leicester von seiner Zurückhaltung ab: "Das war auch undenkbar und ist nachher trotzdem passiert."

Rangnick hat als Architekt des Leipziger Erfolgs ganz wesentlich auf Bausteine aus der Salzburger Red-Bull-Filiale zurückgegriffen - sehr zum Missfallen vieler Anhänger in der Mozartstadt, die auf Rangnick und den Schwesterclub nicht mehr gut zu sprechen sind. Gleich fünf Mann von Österreichs Meistermannschaft von 2014/15 trugen am Freitag zum Sieg in Leverkusen bei - und damit gegen jenes Team, bei dem mit Trainer Roger Schmidt und Wirbelwind Kevin Kampl zwei weitere Protagonisten Salzburg-Vergangenheit haben:

Peter Gulacsi hielt beim Stand von 1:2 einen Elfmeter von Hakan Calhanoglu. Der ungarische Torhüter hielt den Sieg am Ende mit starken Paraden fest.

Stefan Ilsanker bewährt sich als Meister der Vielseitigkeit, derzeit als rechter Verteidiger.

Naby Keita bestätigt im Mittelfeld die Klasse, die er schon in Salzburg gezeigt hat.

Benno Schmitz, in Salzburg unter Trainer Oscar Garcia kaum noch eingesetzt, sprang diesmal nach 30 Minuten für den verletzten Marvin Compper ein.

Marcel Sabitzer ließ sich nach einem Zusammenstoß mit Leverkusens Wendell die Wunde nähen und hielt mit Kopfverband bis zum Ende durch.

Verteidiger Bernardo, vor dieser Saison aus Salzburg zum Partnerclub gekommen, fehlt derzeit verletzt. Für Trainer Ralph Hasenhüttl war Salzburg - damals noch als Austria - die letzte Karrierestation in Österreich, bevor er via Belgien nach Deutschland kam und dort seinen Erfolgslauf als Trainer startete. Sein Assistent Zsolt Löw (Spitzname: "Jogi") hat in Salzburg als Co-Trainer unter Peter Zeidler beim FC Liefering und unter Adi Hütter bei den Red-Bull-Profis gearbeit. Den großen Überblick über das Konstrukt bewahrte Ralf Rangnick - erst als Doppel-Sportdirektor an beiden Standorten, dann als Sportchef und zeitweiser Trainer in Leipzig.

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