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Geister-Transfers zur Geldwäsche: Fußballmanager unter Betrugsverdacht

Nur zum Schein sollen zahlreiche Fußballer jahrelang zwischen Clubs in Belgien, Zypern und Serbien verkauft worden sein. Der Zweck der Geistertransfers war, Geld zu waschen und Steuern zu hinterziehen. Nun wurden Kriminalisten in der Causa aktiv.

Dubiose Geschäfte im Fußball. SN/gepa
Dubiose Geschäfte im Fußball.

Mehrere Razzien haben in den vergangenen Tagen in Spanien in der Causa stattgefunden. Laut Europol haben prominente Fußballmanager fiktive Transfers vorwiegend über einen zyprischen Club abgewickelt. Dabei handelt es sich laut anderen Quellen um Apollon Limassol. Die Kicker wechselten aber nicht wirklich, sondern waren nur Vorwand, um größere Beträge über ein groß angelegtes verbrecherisches Netzwerk zu waschen und Steuern zu hinterziehen. Mindestens 10 Millionen Euro sollen auf diese Weise in Spanien in Luxusimmobilien und Yachten investiert worden sein.

Anklage wurde gegen fünf Personen erhoben. Die Aktion dürfte in Zusammenhang mit Gerüchten um einen mazedonisch-deutschen Spielerberater stehen, der zahlreiche europäische Topfußballer unter Vertrag hat und in Spanien lebt. Im Zuge der "Football Leaks", einer großen Enthüllungsserie des Magazins "Der Spiegel" sowie zwei darauf basierenden Büchern, war bereits über derartige verdächtige Geschäfte berichtet worden. So sei der mittlerweile bei Real Madrid spielende Luka Jovic 2016 von Roter Stern Belgrad nach Zypern und wenige Tage später an Benfica Lissabon weiterverkauft worden. Die Beträge flossen demnach meist über verschachtelte Deals und über Firmen auf Malta oder den Virgin Islands.

Auch der frühere Manager des spanischen Erstligaclubs Real Mallorca soll zu der Causa vernommen worden sein. Er ist vor zwei Wochen vom Club entlassen worden.

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