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"Hässlicher Fußball": Andreas Heraf in Neuseeland unter Beschuss

Mit Defensivfußball und negativen Aussagen über die Qualitäten des von ihm betreuten Frauen-Nationalteams hat sich Andreas Heraf in Neuseeland Ärger zugezogen. Der Verband hält trotz Rücktrittsforderungen am Österreicher fest, der auch Sportdirektor ist.

Gegenwind für Andreas Heraf in Neuseeland. SN/APA/HERBERT PFARRHOFER
Gegenwind für Andreas Heraf in Neuseeland.

"Wir werden nie die Qualität haben, mit Japan mitzuhalten", hatte Heraf nach einer 1:3-Niederlage des neuseeländischen Frauen-Nationalteams diese Woche gesagt. Das Team war mit einer extrem defensiven Ausrichtung aufgetreten. Der gezeigte Fußball sei "awful" ("hässlich") gewesen, meinte ein Reporter des "New Zealand Herald" in einem Interview. "Ich würde nicht hässlich sagen, aber es war eben kein offensiver Fußball", antwortete der Österreicher. Das Spiel gegen Japan hatte vor einer Rekordkulisse von mehr als 7000 Zuschauern in Wellington stattgefunden.

Aus der neuseeländischen Fußballszene hatte es danach Rücktrittsforderungen an Heraf gegeben. Die ehemalige 119-fache Teamspielerin Katie Duncan sagte: "Er muss gehen, er ist nicht mehr willkommen. Wenn das sein Zugang zum Fußball ist, dass wir nie gegen die Besten bestehen werden, dann kann er es bleiben lassen. Es gibt Bessere, die in die positive Entwicklung in Neuseeland glauben."

Der 50-jährige Österreicher fungiert seit Herbst 2017 als Sportdirektor und hat zusätzlich den Job bei den Frauen übernommen, die er zur WM-Endrunde führen soll. Er habe ausschließlich die "technische Qualität" gemeint, präzisierte Heraf später seine Aussagen zum Frauen-Team. Er sei nach wie vor davon überzeugt, dass die "Ferns", wie das Nationalteam genannt wird, 2019 bei der WM-Endrunde erstmals die Vorrunde überstehen könnten. Qualifizieren muss sich Neuseeland bei einem Turnier der Ozeanien-Teams Ende 2018, wo die "Ferns" klarer Favorit sind.

Andy Martin, der Generalsekretär des neuseeländischen Verbandes, sagte in einem Interview mit der Nachrichten-Plattform "Stuff", er sei über die Aussagen Herafs enttäuscht, eine Ablöse des Österreichers sei aber in keinem seiner beiden Jobs ein Thema: "Das war eine unglückliche Pressekonferenz von ihm, aber wir werden daraus lernen, ergänzte Martin.

Andreas Heraf, der in Österreich Zweitligateams wie Austria Lustenau und Schwanenstadt betreut hat, erreichte als ÖFB-Nachwuchstrainer mehrere Endrunden mit seinen Teams, darunter die U-20-Weltmeisterschaften 2011 und 2015. Letztere fand in Neuseeland statt. Seither hielt der frühere Nationalspieler Kontakt zum Fußballverband des Landes und übernahm 2017 dort den Sportdirektoren-Job.

Quelle: SN

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