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Hütter löst Euphorie in Frankfurt aus

Der ehemalige Salzburg-Trainer wandelt nach dem Einzug ins Halbfinale der Europa League auf den Spuren von Ernst Happel.

Frankfurt-Trainer Adi Hütter jubelt vor den eigenen Fans über den Einzug ins Halbfinale der Europa League.  SN/krugfoto/Huebner Jan
Frankfurt-Trainer Adi Hütter jubelt vor den eigenen Fans über den Einzug ins Halbfinale der Europa League.

25 Jahre nachdem Adi Hütter mit Austria Salzburg im UEFA-Cup-Viertelfinale Eintracht Frankfurt aus dem Bewerb geworfen hatte, führte der 49-jährige Vorarlberger den deutschen Fußball-Bundesligisten zum größten Erfolg der vergangenen Jahrzehnte. Unter Hütters Regie gewannen die Hessen am Donnerstag das Rückspiel in der Europa League gegen Benfica Lissabon mit 2:0 und schafften dank der Auswärtstorregel (Hinspiel: 2:4) den Sprung ins Halbfinale. "Es war ein perfektes Spiel und ein perfekter Abend", jubelte Hütter. "In der Summe haben wir verdient gewonnen. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, und sie ist zu Recht da, wo sie ist."

Der ehemalige Salzburg-Trainer schaffte es nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt in Frankfurt, eine Fußballeuphorie auszulösen: Nach dem fixierten Halbfinal-Aufstieg feierten die 48.000 Zuschauer in der ausverkauften Commerzbank-Arena den Trainer und seine Mannschaft. Die Tickets für das Halbfinal-Hinspiel gegen den englischen Topclub Chelsea London waren bereits am Freitagvormittag restlos vergriffen. Auch Hütter war einen Tag nach dem historischen Erfolg, die Eintracht steht erstmals seit 1980 wieder in einem internationalen Halbfinale, noch voller Emotionen: "Es war ein tolles Gefühl, nach einem magischen Abend aufzuwachen und zu wissen, wir spielen jetzt gegen Chelsea."

Nimmt Frankfurt Anfang Mai (Hinspiel: 2. Mai; Rückspiel: 9 . Mai) auch noch die Hürde Chelsea, dann schafft es der Vorarlberger in einen elitären Kreis. Vor ihm standen nur drei österreichische Trainer in einem Finale eines internationalen UEFA-Bewerbs: Hermann Stessl verlor 1978 mit Austria Wien das UEFA-Cup-Endspiel gegen Anderlecht mit 0:4 und Ernst Dokupil unterlag 1995 mit Rapid Wien im Finale dem Pokalsieger Paris mit 0:1. Die unumstrittene Nummer eins unter den heimischen Trainern ist aber Ernst Happel. Der 1992 verstorbene Wiener gewann mit Feyenoord Rotterdam und dem Hamburger SV jeweils den Pokal der Landesmeister und erreichte außerdem mit Brügge zwei Mal das Endspiel des UEFA-Cups.

Dass auf dem Weg ins Finale mit dem englischen Topclub Chelsea London eine sehr hohe Hürde wartet, weiß auch Hütter. "Aber wir können immer für eine Überraschung sorgen", traut der Erfolgstrainer seiner Mannschaft den nächsten Coup durchaus zu.

Der Fokus der Frankfurter liegt aber nicht nur auf der Europa League, die Hessen wollen auch in der Bundesliga eine historische Chance nutzen. Fünf Runden vor dem Saisonende liegt die Eintracht als Vierter voll auf Kurs Richtung Champions League. Um die magische Europacup-Nacht im Kopf zu verarbeiten und sich auf das Montagsspiel gegen Wolfsburg fokussieren zu können, gab Hütter seiner Mannschaft am Freitag trainingsfrei. "Sie sollen diesen Sieg auch im Kopf genießen", sagt der 49-Jährige, der aus der "grauen Maus" Frankfurt in nur wenigen Monaten ein europäisches Topteam gemacht hat.

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