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Marseille-Coach Garcia bastelt an seinem dritten Titel

In den Trainer-Olymp ist Rudi Garcia (noch) nicht aufgestiegen. Doch der Coach von Salzburgs Europa-League-Halbfinalgegner Olympique Marseille arbeitet daran. Mit AS Roma blieb ihm ein Titel verwehrt, bei "OM" könnte der 54-Jährige wenn schon nicht national dann zumindest auf europäischem Parkett zuschlagen.

Rudi Garcia möchte mit Marseille die Europa League gewinnen SN/APA (AFP)/ODD ANDERSEN
Rudi Garcia möchte mit Marseille die Europa League gewinnen

Die Spielerkarriere des nach der deutschen Rad-Legende Rudi Altig benannten Garcia ist überschaubar. Nach 127 Partien in Frankreichs Ligue 1 war für den verletzungsgeplagten Mittelfeldspieler 1992 mit nur 28 Jahren als Spielertrainer in der zweiten Liga Schluss. Garcia, Nachkomme spanischer Auswanderer, die während des Bürgerkriegs in den Dreißigerjahren nach Frankreich gingen, blieb seinem Sport aber treu. Nach Tätigkeiten für einen TV-Sender und einem Sportstudium betreute er erst einen unterklassigen Club, ehe ihn 1998 AS St. Etienne engagierte.

Dort diente er sich vom Physio und Analysten 2001 zum Trainer hoch, führte zwei Jahre später Dijon in die Ligue 2 und arbeitete schließlich ab 2007 erstmals in der Topliga für Le Mans. Die große Stunde Garcias schlug 2010/11 mit OSC Lille, im letzten Jahr vor dem katarischen Investment bei Paris Saint-Germain holte man Meister- und Cuptitel. Garcia wurde zu Frankreichs Trainer des Jahres gewählt, hat seit damals freilich keinen großen Triumph mehr gefeiert.

Der blieb ihm auch bei Roma verwehrt, die er 2014 und 2015 immerhin zum Vizemeister machte. Mit für italienische Verhältnisse spektakulärem Kick eroberte er durchaus die Fanherzen, letztlich war Ligakrösus Juventus aber stets eine Nummer zu groß. In seiner Zeit in der "Ewigen Stadt" schrieb er eine Autobiografie ("Alle Wege führen nach Rom") und betrat auch privat neues Terrain. Seitdem ist Garcia, der mit seiner Exfrau drei Töchter hat, mit der um gut 20 Jahre jüngeren italienischen TV-Journalistin Francesca Brienza liiert.

Nach einer Schwächephase der Roma trennte sich der Club im Jänner 2016 von Garcia, der im Oktober von Marseilles neuem US-amerikanischen Besitzer Frank McCourt engagiert wurde. Das erste Jahr unter seiner Ägide kam man als Fünfter ins Ziel, eine Saison später als Vierter und hat nun die Chance, erstmals seit 2013 wieder auf Platz zwei zu landen. Vier Runden vor Schluss liegt Olympique punktegleich mit dem Dritten Lyon auf Rang drei. Das zweitplatzierte Monaco hat einen Zähler mehr am Konto.

Quelle: APA

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