Ein gefühlter Sieg trotz Niederlage

Autorenbild
Standpunkt Michael Unverdorben

"Zwickt's mi, ich glaub i tram" sang Wolfgang Ambros einst und genau das müssen sich auch die 3000 Salzburger Fans im Fußballtempel des FC Liverpool an der Anfield Road sowie die Hundertausenden daheim vor den TV-Geräten gedacht haben, als die Bullen die nächste internationale Sternstunde abgeliefert haben. Das 3:4 gegen den Titelverteidiger der Champions League nach einer furiosen Aufholjagd ist ein Achtungserfolg, auch wenn er schließlich in einer knappen Niederlage mündete. Eine Niederlage, die den endgültigen Beweis dafür lieferte, dass Red Bull Salzburg zu einem europäischen Spitzenclub aufgestiegen ist und nach vielen Jahren des Scheiterns und des Wartens auch künftig seinen Platz in der Königsklasse des Fußballs für sich beanspruchen wird.

Auswärts gegen Liverpool so zurückzukommen, gegen eine mit Stars gespickte Weltauswahl, deren Kaderwert eine Milliarde Euro beträgt und damit rund 900 Millionen höher ist als bei Red Bull Salzburg, das ist trotzdem kaum zu glauben. Noch dazu, weil diese zweite Halbzeit kein Zufallsprodukt, gelenkt von Glücksgöttin Fortuna, gewesen ist. Die roten Bullen haben den "Reds" aus Liverpool nach schwachem Beginn die Stirn geboten und waren in punkto Schnelligkeit, Pressing und Torgefährlichkeit dann zumindest ebenbürtig.

Aber was ist jetzt im weiteren Verlauf der Gruppenphase für Red Bull Salzburg möglich? Als Tabellenzweiter der Gruppe E braucht man sich nicht länger als Außenseiter kleinmachen. Österreichs Fußballmeister ist auf Augenhöhe mit seinen Gruppengegnern - und damit auf einem guten Weg in die K.o.-Phase der Champions League, wo die nächsten Kaliber des europäischen Fußballs wie Bayern, Juventus, Real oder Barcelona warten würden. Zwickt's mi.

Aufgerufen am 30.11.2021 um 08:18 auf https://www.sn.at/sport/fussball/international/standpunkt-ein-gefuehlter-sieg-trotz-niederlage-77113984

Kommentare

Schlagzeilen