Haidara: Überfälliges Ende eines Kasperltheaters

Wie Amadou Haidara zum Spielball der beiden Red-Bull-Clubs wurde.

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Standpunkt Michael Unverdorben

Die Meldung war im Prinzip nur mehr eine Formsache. Dass Amadou Haidara den FC Red Bull Salzburg verlässt und wie so viele andere vor ihm in die deutsche Bundesliga zu RB Leipzig wechselt, darüber wurde in den vergangenen Monaten schon ausgiebig spekuliert. Endlich ist dieser Transfer offiziell vollzogen, denn das Kasperltheater um diesen Wechsel wurde von Woche zu Woche nur größer.

Im Sommer hatten die Salzburger Haidaras Vertragsverlängerung bis zum Jahr 2022 in einem Facebook-Video inszeniert. Darin ließen sie den fußballerisch hoch talentierten, aber der deutschen Sprache nicht wirklich mächtigen Mittelfeldstar einen SN-Artikel über dessen bevorstehenden Wechsel zu RB Leipzig als Fake News entlarven. Kurz später posaunte Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick heraus, dass man mit einem Spieler bereits einen Vorvertrag abgeschlossen habe, verriet seinen Namen aber nicht. Immerhin hatte der ja gerade ein Bekenntnis zu Red Bull Salzburg abgelegt. Das Versteckspiel nahm besonders groteske Züge an, als es aus Leipzig hieß, dass alle Winter-Neuzugänge gesund und sofort einsatzfähig seien. Dabei laborierte Haidara zu diesem Zeitpunkt bereits an einer nicht näher definierten Knieverletzung. Es soll sich um Probleme mit dem Kreuzband handeln, die man nicht operativ, sondern alternativ mit Reha-Training in den Griff bekommen will. Mindestens vier Monate muss der Mann aus Mali bei optimalem Heilungsverlauf dennoch pausieren.

Wir in der SN-Sportredaktion wünschen Amadou Haidara eine schnelle Genesung und alles Gute für seinen nächsten Karriereschritt in Leipzig - und erinnern uns zurück an die eigene Kindheit: Glücklicherweise gibt es kein Kasperltheater ohne Happy End, egal wie verworren die Handlung zuvor gewesen sein mag.

Aufgerufen am 20.10.2021 um 08:02 auf https://www.sn.at/sport/fussball/international/standpunkt-haidara-ueberfaelliges-ende-eines-kasperltheaters-62979490

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