International

Struber muss sich nicht um die Zukunft sorgen

Der Kuchler Gerhard Struber brachte den englischen Zweitligisten Barnsley einigermaßen in die Spur und sieht den weiteren Saisonverlauf skeptisch.

Barnsley-Trainer Gerhard Struber ist derzeit auf Heimaturlaub in Kuchl.  SN/gepa
Barnsley-Trainer Gerhard Struber ist derzeit auf Heimaturlaub in Kuchl.

Österreichs Trainerlegionäre in Deutschland und England müssen eine schwierige Zeit überwinden. Frankfurt-Coach Adi Hütter sitzt wegen der Coronakrise in Quarantäne in der Mainmetropole, Oliver Glasner nahm mit Wolfsburg das Training unter erschwerten Bedingungen und hohen Sicherheitsmaßnahmen auf. Southampton-Coach Ralph Hasenhüttl blieb auf der britischen Insel, obwohl er das Trainingszentrum Staplewood nicht betreten darf. Spielpause zumindest bis Ende April. Die betrifft auch den Salzburger Gerhard Struber, der in der Championship Tabellennachzügler Barnsley einigermaßen auf Vordermann brachte.
Struber wartet in Kuchl jetzt den weiteren Verlauf der Coronakrise ab. Der Ex-Trainer vom FC Liefering und vom WAC ist auf Heimaturlaub, weil in England die Meisterschaft ruht. Und Struber glaubt auch nicht, dass er mit Barnsley demnächst wieder um Punkte im Abstiegskampf der zweiten englischen Liga kämpfen kann. "Ich sehe aktuell kein Licht am Ende des Tunnels. Ich glaube nicht, dass die Meisterschaft in diesem Jahr fertiggespielt werden kann", sagte der Salzburger, der als einer der Saisonaufsteiger im heimischen Trainergeschäft gilt. Der 43-Jährige führte den WAC ins Spitzenfeld der Bundesliga und schaffte den Sprung in das Mutterland des Fußballs.
Auch Struber hat die Entwicklung in England kritisch beobachtet. So sahen vor kurzer Zeit noch fast 200.000 Zuschauer ein Pferderennen auf der Insel. Struber wird glücklich darüber sein, dass er bei seiner Familie in Österreich ist. Zwar wurden in England Maßnahmen getroffen, jedoch spät, und es ist mit einem rasanten Anstieg der Erkrankungen in den nächsten Wochen zu rechnen. "Ich habe Angst, dass es ganz schlimm wird." Es gibt auch in England viele Szenarien, wie die Saison noch zu retten ist, aber Struber meinte eher skeptisch: "Das Coronavirus ist etwas, was den Fußball gerade so klein macht, dass ich mir schwer vorstellen kann, dass das sauber zu Ende gebracht werden kann."

Strubers Rückflug ist vorerst für 30. März geplant, die Saison soll am 30. April fortgesetzt werden. Wohl nur ein Wunschszenario. So genießt der Kuchler die Zeit mit der Familie in der Heimat. "Es ist wichtig, auch einmal durchschnaufen zu können." Wenngleich er doch lieber unter Fußballstress stehen würde und mit Barnsley um Punkte im Abstiegskampf kämpfen möchte. Um seine Zukunft muss sich der Ex-Angreifer von Austria Salzburg auch keine großen Sorgen machen. Sein Vertrag läuft bis Sommer 2022. Und der Club ist mit Strubers Arbeit hochzufrieden und hat schon signalisiert, dass man auch bei einem Abstieg weiter zusammenarbeiten will.

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