Fußball

Rassismus im Unterhaus: Henndorf-Spieler klagt an

Rassismus im Unterhaus: Henndorf-Spieler klagt an SN/krugfoto/Krug Daniel jun.
Alexander Diaz (r.) droht eine lange Sperre.

Nach einem tätlichen Angriff auf Schiedsrichter Thomas Hochstaffl wurde am Freitag das Landesliga-Duell zwischen Adnet und Henndorf beim Spielstand von 0:0 kurz vor der Pause abgebrochen. Den Abbruch verursachte Henndorfs Alexander Diaz, dem nach einem Foulpfiff die Sicherungen durchbrannten. "Mein Verhalten ist nicht zu entschuldigen. Aber was ich bei den Auswärtsspielen seit eineinhalb Jahren erlebe, gehört auch einmal an die Öffentlichkeit", erklärt der dunkelhäutige Stürmer, für den laut eigenen Aussagen fast jedes Auswärtsspiel in der 1. Landesliga ein Spießrutenlauf ist: "Ich werde immer wieder rassistisch beleidigt. Fans und auch Gegenspieler beschimpfen mich von der ersten Minute an." In Adnet will Diaz Schiedsrichter Hochstaffl mehrmals darauf hingewiesen haben, dass er gegen die Anfeindungen etwas unternehmen solle. "Leider hat er mir nicht geholfen."

Während in Italien in den vergangenen Jahren bereits des Öfteren Spiele nach rassistischen Vorfällen abgebrochen wurden, dürfen in Österreich Fans ungehindert weitermachen. "Da muss sich etwas ändern. So macht Fußballspielen keinen Spaß mehr", sagt Diaz, der bereits vor zwei Wochen die Reißleine ziehen wollte: "Ich war schon so weit, dass ich meine Karriere beende."

Am Mittwoch entscheidet die STRUBA wie lange Diaz pausieren muss. Die Höchststrafe wären 82 Spiele. "Ich werde meine Argumente vorbringen und dann sehen, was rauskommt. Ich muss aber nochmal sagen, dass dieser Vorfall niemals passieren hätte dürfen. Ich hätte anders reagieren müssen."

Quelle: SN

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