Red Bull & Fußball - Liebe auf den zweiten Blick

Die Salzburger sind zum vierten Mal in sieben Jahren Fußballmeister - doch Red Bull verfolgt weit höhere Ziele.

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Fußball | Bundesliga, WM, EM & mehr Michael Unverdorben


Die Marke Red Bull steht für Erfolg, Engagement und jugendlichen Esprit. So war es von findigen Marketingmanagern vorgesehen - und so wird das milliardenschwere Salzburger Unternehmen in der Öffentlichkeit auch größtenteils wahrgenommen.

Egal, was Red Bull in den vergangenen Jahren zu Marketingzwecken angepackt hat, es wurde zu einem bahnbrechenden Erfolg. So krönte sich Red Bull nur sechs Jahre nach der Übernahme des britischen Rennstalls Jaguar zum Formel-1-Weltmeister. Mithilfe einer Vielzahl von hochdekorierten Wissenschaftern und einem Grenzgänger namens Felix Baumgartner erobert der Getränkekonzern mit dem Projekt "Stratos" nun sogar das Weltall. Und längst gehört die Marke zum Profil so vieler Superstars, dass im internationalen Sport ohne Sponsor Red Bull eine tiefe Lücke klaffen würde.

Im Fußball ist der ganz große Coup bisher nicht gelungen. Denn Geld allein ist noch kein Erfolgsgarant, im Fußball spielen Emotion, Tradition, Kontinuität und das richtige Teamgefüge eine mindestens ebenso große Rolle. Dennoch: Seit dem Einstieg in das Fußballgeschäft im Jahr 2005 ist Red Bull zum Krösus in der
österreichischen Bundesliga avanciert. Auf dem Erfolgskonto stehen vier Meistertitel und drei Vizetitel. Aber die Erwartungshaltung ist höher. Die Tür zur Champions League war bis dato verriegelt. Im Sommer wird es einen neuen Anlauf geben. Die Chancen, die Königsklasse des europäischen Fußballs zu erreichen, sind besser denn je zuvor.

Das Fußballprojekt von Red Bull an einer Champions-League-Teilnahme festzumachen wäre aber zu banal. Zu groß sind die Anstrengungen in Salzburg, in Leipzig, in New York und in den Akademien in Brasilien und Ghana.

Fußball und Red Bull, das ist Liebe auf den zweiten Blick. Konzernchef Dietrich Mateschitz beweist große Geduld, sein Fußballprojekt ist langfristiger angelegt als jedes andere Engagement im Spitzensport. Natürlich muss in Österreich das Ziel lauten, die Bundesliga zu gewinnen. In den Marketingüberlegungen geht es nicht zuletzt aber auch darum, Talente zu entwickeln, die in fünf, vielleicht zehn Jahren über den gesamten Globus verteilt als Red-Bull-Markenbotschafter dienen. Mittelfristig sollen auch mit RB Leipzig in Deutschland Meisterschaften gewonnen werden, bis dahin bleibt jedoch Salzburg das Team mit den größten sportlichen Perspektiven.

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