Vor 25 Jahren

Glücklos, aber stolz am Ende eines Traumjahres

7. Dezember 1994: Ein 0:1 gegen AC Milan bedeutete das knappe Aus für Austria Salzburg in der Champions League. Österreichs Meister bot im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion noch einmal eine ganz starke Leistung.

48.000 Zuschauer im Stadion, Wolfgang Ambros im Vorprogramm, europäische Fußballprominenz auf der Tribüne, der Titelverteidiger mit Franco Baresi, Marcel Desailly, Dejan Savicevic, Paolo Maldini und Co. mit dem Rücken zur Wand: Genau ein Jahr nach dem Beginn des Salzburger Fußballwunders mit dem 3:0 gegen Sporting Lissabon war im Wiener Ernst-Happel-Stadion alles angerichtet für ein weiteres Fest.

Wer weiß, wie alles gelaufen wäre, hätte Nikola Jurcevic schon in der 1. Minute seine Riesenchance genützt. Doch Torhüter Sebastiano Rossi wehrte seinen Schuss ab und rettete seinem Team letztlich den Aufstieg. Nach dem 0:1 durch Daniele Massaro (nach Abwehr eines Savicevic-Freistoßes und einem Stangenschuss von Marco Simone) in der 26. Minute entwickelte sich ein hochklassiges Spiel. Nach der Pause wechselte Trainer Otto Baric Adi Hütter und Ralph Hasenhüttl ein. Mit den späteren Toptrainern wäre fast noch der Ausgleich gelungen, mit dem die Salzburger den Titelträger sensationell aus dem Bewerb geworfen hätte. Hasenhüttl scheiterte aber mit einem Kopfball an Rossi.

"Wir sind einer Weltklassemannschaft unterlegen", musste Präsident Rudi Quehenberger nach dem Spiel anerkennen. "Aber wir haben Fußballgeschichte geschrieben." Der Schmerz über das Aus wurde durch 25 Millionen Schilling Einnahmen aus der Champions-League-Saison gemildert.

Wer keine Karte mehr erhalten hatte, schaute im Lehener Stadion: 2000 Fans blickten allerdings ab Mitte der 2. Halbzeit ins Leere, denn die Video-Großleinwand war umgekippt.

Die "Salzburger Nachrichten" brachten aus Anlass des Fußball-Hypes zum erst zweiten Mal in ihrer Geschichte an einem Feiertag eine Zeitung auf den Markt. Am 8. Dezember erschien die 16-seitige Extra-Ausgabe zur Champions League.

Wie ging es nach dem Ende des Traumjahres weiter?

o Ins Winter-Trainingslager in die USA und Mexiko wurde Salzburg vom FC Linz begleitet. Die jungen Talente Alexander Manninger, Gerhard Struber, Manfred Pamminger und Helmut Rottensteiner durften bei dieser Gelegenheit bei den "Alten" reinschnuppern.

o Im Frühjahr 1995 holte sich Austria Salzburg zum zweiten Mal in Folge den Meistertitel.

o Die Qualifikation zur Champions League 1995/96 ging gegen Steaua Bukarest mit 0:0 und 0:1 verloren, damit endete die Ära von Trainer Otto Baric. Am Ende der Saison, die den enttäuschenden achten Platz brachte, verließen auch Heimo Pfeifenberger, Wolfgang Feiersinger, Ralph Hasenhüttl, Peter Artner und Hermann Stadler den Verein.

Quelle: SN

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