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Judoka Michaela Polleres holt Silber - dritte Medaille für Österreich

Die Niederösterreicherin Michaela Polleres hat bei den Olympischen Spielen in Tokio Österreichs dritte Medaille geholt. In der Judo-Gewichtsklasse bis 70 kg eroberte sie Silber. Erst im Finale musste sie sich der Japanerin Chizuru Arai geschlagen geben.

Arai, die Weltmeisterin von 2018, startete mit einer Waza-Ari-Wertung. Die haushohe Favoritin, die im Halbfinale einen 17 Minuten langen Marathonkampf gegen eine Russin bestritten hatte, brachte ihren Vorsprung routiniert über die Zeit.

Polleres war nach dem Finale noch emotional berührt: "Ich weiß noch gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin stolz, dass ich so weit gekommen bin und durchgehalten habe. Ich hatte immer den Traum, das zu schaffen. Der Einzug ins Finale war großartig. Ich habe Ruhe bewahrt, aber die Holländerin ist schon eine harte Gegnerin gewesen. Vor dem Finale habe ich mich einfach auf den Kampf gefreut. Seit der Bronzemedaille bei der WM habe ich gewusst, dass ich jeden schlagen kann."

Polleres hatte sich auf dem Weg zum Poolsieg gegen die Irin Megan Fletcher (Waza-Ari), die Südkoreanerin Kim Seongyeon (Golden Score/Waza-Ari) und die Weltranglisten-Siebente Barbara Matic aus Kroatien (Waza-Ari) durchgesetzt. Zuvor war da ein Ippon zurückgenommen worden.

Heeressportlerin Michaela Polleres. SN/bundesheer/peter lechner
Heeressportlerin Michaela Polleres.

"Es kann leider immer passieren. Wichtig ist, dass man dann fokussiert bleibt und nicht schon abgeschlossen hat. Yvonne hat mir draußen weiter Tipps geben, ich habe die Ruhe bewahrt und sauber gekämpft", sagte die von Nationaltrainerin Yvonne Bönisch gecoachte Kämpferin.

Im WM-Halbfinale in Budapest war Polleres Matic noch unterlegen. "Wir haben uns eine gute Taktik überlegt: Dass ich nur links kämpfe und die Zughand kontrolliere. Wie man sieht, ist das ganz gut aufgegangen", sagte die 24-Jährige. Auch Fletcher und Kim waren bei der Ungarn-WM im Juni Gegnerinnen, beide besiegte sie auch damals.

Polleres eroberte damit die zweite Medaille für Österreich im Judo bei diesen Sommerspielen. Am Dienstag gewann Shamil Borchashvili in der Kategorie bis 81 kg Bronze. Insgesamt ist es das dritte Edelmetall für Österreich in Tokio, nachdem im Rad-Straßenrennen sensationell Anna Kiesenhofer triumphiert hatte.

WM-Bronze war Motivation

Polleres hat heuer in Budapest WM-Bronze geholt, Österreichs erstes WM-Edelmetall seit elf Jahren. "Die Medaille hat mir Motivation gegeben und gezeigt, dass ich ganz vorne mitkämpfen kann", sagte sie. "Mir wurde eine Last von den Schultern genommen, ich habe neues Selbstvertrauen bekommen." Geht es nach Nationaltrainerin Yvonne Bösch, könnte sie manchmal etwas mehr aus sich herausgehen: "Mehr Pepp im Arsch", wie die Deutsche es formuliert.

Schulvorführung wies den Weg zu Judo

Mit Judo begonnen hat Polleres im Alter von acht Jahren. Eine Schulvorführung überzeugte sie: "Ich dachte mir, das schaut cool aus." Aber zurückhaltend, wie sie war, musste sie gedrängt werden: "Ohne meine Eltern wäre nichts gegangen. Mama hat mich regelmäßig hingebracht zum Training. Ich habe einen kleinen Schubs gebraucht, weil ich so schüchtern war. Dann habe ich neue Freunde kennengelernt. Es hat so viel Spaß gemacht, dass ich dabeigeblieben bin." Mit Bronze bei den Olympischen Jugendspielen 2014 in Nanjing untermauerte sie erstmals ihre Ambitionen für Großes.

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