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IOC will Ausrichter-Kandidaten für 2026 limitieren

Das Internationale Olympische Komitee will nicht abwarten, welche Bewerber um die Winterspiele 2026 im Rennen bleiben, sondern selbst die Kandidaten-Zahl für das Wahl-Finale begrenzen. "Wir wollen nicht zu viele Verlierer produzieren", sagte IOC-Präsident Thomas Bach in Lausanne. "Ich will keinen Fehler machen und mich festlegen, aber es wird eine sehr limitierte Zahl geben, die wir vorschlagen."

Nach dem Rückzug von Graz/Schladming und Sion sind Stockholm, Turin/Mailand/Cortina d'Ampezzo, Erzurum, Calgary und Sapporo noch im Rennen. Die Stadt der Winterspiele 2026 wird im September 2019 in Mailand gewählt. Momentan läuft die Dialogphase, in der das IOC und die Bewerberstädte über die jeweiligen Konzepte beraten, um die Kosten so gering wie möglich zu halten und den Nutzen von Olympia für eine Stadt herauszuarbeiten. Erst danach folgt die Kandidatenphase.

So könnte Sapporo, Schauplatz der Winterspiele 1972, noch für 2026 zurückziehen. "Es gibt eine Diskussion in Sapporo, ob man sich nicht lieber für 2030 bewerben sollte", sagte Bach. In Tokio werden in zwei Jahren die Sommerspiele ausgetragen. Offen ist auch, ob in Schwedens Hauptstadt nach den Parlamentswahlen am 9. November die Politik das Großprojekt Olympia noch unterstützen wird. Ohnehin als Außenseiter gilt das türkische Erzurum aufgrund der politischen Lage im Land.

Feststellen konnte der deutsche IOC-Chef zumindest schon mal, dass alle Bewerber ihre Konzepte nach den Reformvorgaben der Agenda 2020 ausgearbeitet haben. "Es braucht in keiner Stadt viele Neubauten. Im Durchschnitt existieren bereits 80 Prozent der Wettkampfstätten. 2022 in Peking sind es 60 Prozent", so Bach.

Bei den künftigen Sommer- und Winterspielen soll Russland wieder dabei sein. Das Nationale Olympische Komitee des Landes war wegen Staatsdopings von den Pyeongchang-Spielen im Februar suspendiert und nur individuelle russische Sportler zugelassen worden. "Wir sind bereit, ein neues Kapitel aufzuschlagen und Russland wieder willkommen zu heißen", betonte Bach. Schließlich habe sich nach dem Skandal einiges getan. "Russland hat ein neues NOK, eine reformierte Anti-Doping-Agentur und neue Leute im Sportministerium", meinte Bach. Russland hätte die Bereitschaft gezeigt, sich zu verändern.

Nicht verändert hat sich die Bereitschaft von Bach und seinen Kollegen, die den Leichtathletik-Weltpräsident Sebastian Coe und FIFA-Chef Gianni Infantino aufzunehmen. Die beiden einflussreichen Funktionäre gehören erneut nicht zum Kreis der neun Kandidaten für die Aufnahme ins IOC. "Wir haben die Situation, dass beide im kommenden Jahr vor der Wiederwahl in ihren Verbänden stehen", sagte Bach. "Die Zeit bis dahin ist kurz. Da IOC will sich nicht in den Wahlkampf einmischen."

In den Jahren zuvor hatte das IOC von der Aufnahme des Briten Coe und des Schweizers Infantino abgesehen, weil es sowohl in der IAAF als auch im Fußball-Weltverband FIFA erhebliche Korruptionsprobleme gegeben hatte. Ihre Vorgänger Joseph Blatter (FIFA) und Lamine Diack (IAAF) gehörten dem IOC viele Jahre an.

Quelle: Apa/Dpa

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