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Rodeln: Birgit Platzer hofft nach mäßiger Saison auf Überraschung

Österreichs Rodel-Damen zählen für den olympischen Bewerb ab Montag in Alpensia/Pyeongchang nicht zu den Favoritinnen, wollen sich aber dennoch ordentlich in Szene setzen. Die Herausforderung sind einerseits die gleich vier anstelle der im Weltcup zwei zu absolvierenden Läufe, andererseits gilt es noch die richtige Lockerheit zu finden. Birgit Platzer überstand einen Sturz glimpflich.

Birgit Platzer. SN/GEPA pictures
Birgit Platzer.

Im Training am Donnerstag ab dem Damen-Start hatte Platzer so ihre Probleme. "Ich kam mir am Start vor wie ein kleiner Wasserball in der Wasserrutsche, ich hatte es nicht ganz unter Kontrolle." Nach Kurve neun rutschte sie dann am Bauch runter. "Mir ist nichts passiert. Im zweiten Trainingslauf ist es dann besser gegangen, aber immer noch nicht das, was ich mir vorstelle." Sie müsse lockerer werden und aus einem kleinen Problem nicht noch ein größeres machen.

Zuerst aber musste die 25-Jährige allerdings am Material eine Umstellung vornehmen. "Meiner Kufe geht es nicht so gut wie mir", hatte diese beim Sturz größeren Schaden genommen. Sie hätte sie in Oberhof schon reparieren müssen und deshalb auch für Olympia eine Ersatzkufe mit. "Ich werde sie also komplett austauschen, ich bin sie schon gefahren, sie ist 1:1 gleich, es wird kein Unterschied sein."

Die Erfahrungen der Olympischen Spiele in Sotschi (23.) helfen Platzer in Südkorea. "Olympia ist anders als der Weltcup, aber ich weiß, wie groß es ist, und wie es passieren wird. Ich kenne die Abläufe, die Bahn ist halt anders. Und dass es vier Läufe sind, ist halt der große Unterschied."

Insgesamt sei sie aber um einiges ruhiger als vor vier Jahren und wolle sich von den Leistungen des ersten Tages nicht mehr aus der Ruhe bringen lassen. "In Sotschi habe ich da angefangen nachzudenken. Es ist Olympia, du willst gut sein, du willst es umso mehr probieren. Das funktioniert auch nicht. Du musst einfach individuell rausfinden, was dir gut tut."

In diesem Winter lief es für Platzer nicht so gut (einmal Weltcup-Neunte; 19. im Gesamtweltcup), ob sie ausgerechnet bei den Winterspielen an ihre "sensationelle letzte Saison" anschließen wird können, bleibt abzuwarten. "Ich muss dranbleiben und alles versuchen, vielleicht gelingt mir eine Überraschung." Bei dem Testwettbewerb 2017 in Pyeongchang lief es für Platzer im Training auch nicht, im Rennen wurde sie Fünfte.

Debütantinnen sind Madeleine Egle (19) und Hannah Prock (18), für sie geht es vordergründig darum, Erfahrungen zu sammeln. "Ich habe zuvor nicht viel nachgefragt, wie es bei Olympia so ist, ich wollte die Eindrücke selber sammeln. Im Training ist es mir ganz gut gegangen, ich muss noch ein bisserl lockerer werden. Ich bin zufrieden, wenn ich die Läufe gerade und schön runterbekomme und im Ziel sagen kann, dass es gut war", meinte Prock. Bei Egle ist die "Nervösität noch relativ niedrig", das Training laufe gut, alles sei ziemlich cool.

Bahntrainerin Veronika Halder rechnet auf der Olympiabahn nicht nur mit den deutschen Damen auf dem Podest, wenngleich an Gesamtweltcupsiegerin Natalie Geisenberger kaum ein Weg vorbeiführen wird. Auch die Athletinnen aus den USA und Kanada hat sie auf der Rechnung.

"Bei unseren Mädels wird es vor allem darauf ankommen, wie sie mit vier Läufen umgehen, mit dem dazwischen Schlafen, und wie sie das verarbeiten", sagte die ehemalige Rodlerin. "Ich bin zufrieden, wenn sie sagen können, sie hatten vier gute Läufe, haben sich gut gefühlt und umgesetzt, was sie sich vorgenommen haben."

Quelle: APA

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