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Von Eisenerz bis Südkorea: Gösweiner als "Landi"-Begleiter

Als Dominik Landertinger im Jugendalter als "Rohdiamant" im nordischen Ausbildungszentrum in Eisenerz lernte, war der heutige ÖSV-Biathlon-Cheftrainer Reinhard Gösweiner bereits einer der größten Förderer des 20-km-Bronzemedaillengewinners von Pyeongchang. Gemeinsam feierten sie Erfolge wie den WM-Titel im Massenstart 2009 im nunmehrigen Olympia-Ort.

ÖSV-Biathlon-Cheftrainer Reinhard Gösweiner SN/APA/BARBARA GINDL
ÖSV-Biathlon-Cheftrainer Reinhard Gösweiner

Kaum einer kennt den erfolgreichsten österreichischen Biathlonsportler der Geschichte so gut wie Reinhard Gösweiner. Der Oberösterreicher pflegt ein gutes Verhältnis zu Landertinger. "Es ist eine freundschaftliche Basis da, aber trotzdem eine ganz klare Trennung, dass er der Athlet ist und ich der Trainer", schildert er die Beziehung, die wohl einer der Gründe des Erfolges ist.

Dank der langjährigen Zusammenarbeit kennt der Coach, der nach einem Intermezzo als Nachwuchs-Leiter seit 2014 wieder durchgehend Cheftrainer ist, den in Tirol lebenden Landertinger mit all seinen Stärken und Schwächen. "Was ihn am meisten auszeichnet, ist, dass er sehr bodenständig geblieben ist. Das ist, glaube ich, das Wichtigste. Bei Erfolgen ist die Gefahr, dass man abhebt, von Misserfolgen muss man wieder herauskommen. Das hatte er immer gut im Griff."

Dementsprechend unkompliziert gestaltet sich der Alltag in der Biathlon-Welt: "Mit ihm ist es wirklich ein leichtes Zusammenarbeiten, weil er leicht führbar ist", betonte Gösweiner gegenüber der APA. Der 29-Jährige sieht bei sich selbst vor allem am Schießstand eine Entwicklung, die auch der Trainer maßgeblich beeinflusst hat. "Beim Schießen haben wir einiges weitergebracht. Er kennt mich, er weiß, was ich schießtechnisch brauche", meinte der Pillerseetaler.

Seit der gemeinsamen Zeit in Eisenerz hat sich vieles verändert. Der Windischgarstener sieht bei seinem Schützling vor allem im mentalen Bereich eine hervorragende Entwicklung. "Er ist einfach noch ruhiger geworden. Er war immer schon ein ruhiger Typ, aber am Schießstand vor allen Dingen kann er jetzt mit den Situationen anders umgehen", so Gösweiner.

Dass Landertinger gerade bei Großevents seine besten Ergebnisse einfährt, kommt für den Coach nicht von ungefähr. "Bei Großveranstaltungen hat er einfach die Coolness und bringt viermal seine Null. Das hat er über die Jahre wirklich gelernt." Nervenstärke war auch im 20-km-Einzel in Pyeongchang gefragt: Ein einziger Fehlschuss hätte Edelmetall gekostet.

Ein weiterer entscheidender Faktor sei die große Erfahrung seiner ehemaligen Teamkollegen gewesen. "Ich glaube, er hatte auch das Glück, dass er bei erfahrenen Athleten wirklich mitlernen konnte, als er damals in das Nationalteam gekommen ist. Das hat er aufgesaugt wie ein Schwamm. Das nützt er jetzt so für sich, dass er dann auch solche Erfolge feiern kann."

Vier Olympia-, und vier WM-Medaillen heimste Dominik Landertinger in seiner Karriere bisher ein - beginnend mit dem Titel vor neun Jahren in Pyeongchang. In Südkorea schließt sich nun in gewisser Weise der Kreis. "Wenn dir eine Strecke taugt - und diese taugt ihm sicher zu 100 Prozent - dann ist es noch leichter. Ein bisschen abergläubisch ist man auch, wenn man wo Erfolg gehabt hat", weiß Gösweiner zu berichten.

Pyeongchang ist für den Top-Biathleten zwar ein guter Nährboden für Erfolge, der Wohlfühlfaktor in puncto Wetterverhältnisse hält sich aber stark in Grenzen. Zum Relaxen bevorzugt Landertinger sicherlich andere Destinationen: "Urlaub machen werde ich da wahrscheinlich nie. Da geht mir zu viel der Wind", meinte der 29-Jährige.

Nach seiner Bronzenen am Donnerstag ist es dem Hochfilzener aber wichtig, zu betonen, dass das Team nicht nur aus Gösweiner besteht. "Es stehen ja mehrere Leute hinter dem Ganzen. Man muss froh sein, dass man so ein gutes Team hinter sich hat und dass man immer das Beste herausholt. Sie haben auch eine Mordsgaudi mit meiner Medaille."

Quelle: APA

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