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Wie der Vater, so die Tochter: Hannah Prock rodelt olympisch

Am vergangenen Freitag hat sie ihren 18. Geburtstag großteils über den Wolken gefeiert. Hannah Prock befand sich da auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Pyeongchang und zur Erfüllung eines sportlichen Traums. Die Tochter von Rodellegende Markus Prock ist erstmals im Zeichen der Fünf Ringe im Einsatz und tritt damit in die Fußstapfen ihres Vaters.

Hannah Prock und ihr Vater und Trainer Markus SN/APA/HANS KLAUS TECHT
Hannah Prock und ihr Vater und Trainer Markus

Ein bisschen wie im Himmel fühlt sich Hannah Prock wohl auch auf dem Boden, denn noch vor einem halben Jahr hätte sie ein Antreten für Österreich in Südkorea nicht für möglich gehalten. "Nein, auf keinen Fall. Ich habe dafür gekämpft und trainiert. Dass es funktioniert hat, ist natürlich super. Ich hätte es mir nicht erwartet", sagte Hannah, die sich in internen Qualifikationsrennen in Oberhof, Königsee und bei den heimischen Meisterschaften in Igls durchgesetzt hat. Und zwar als Punktebeste, was auch ÖRV-Sportdirektor Markus Prock doppelt freute: "Das war fein für mich, weil sonst heißt es natürlich, vom Markus die Tochter", gestand auch der Funktionär.

Für den Vater sind es nach sechs Olympischen Spielen als Aktiver (zweimal Silber, einmal Bronze) seine insgesamt sogar schon zehnten Spiele. Zum vierten Mal ist er als ÖRV-Funktionär mit von der Partie. "Für mich als Vater war wichtig, dass sie Sport machen. Ob sie jetzt rodeln oder klettern, ich hätte alles unterstützt und auch meine Frau", sagte Papa Prock im APA-Gespräch in Bezug auf seine beiden Töchter. "Toll, dass die Hannah jetzt dabei ist. Ich war damals 19, als ich das erste Mal dabei war. Das ist natürlich etwas Spezielles."

Dabei war Hannah zunächst gar nicht so rodelbegeistert. Sie kam erst über ihre Schwester Nina zum Rodeln. "Nina hat vor mir angefangen, aber ich wollte nie zuschauen gehen, weil es an der Bahn immer so kalt ist. Dann hat sie irgendwann einmal gesagt, ich soll es unbedingt probieren. Und dann hat es mir gleich voll getaugt", erinnert sich der Teenager an die Anfänge im Winter 2010. Als ihr Vater 2002 seine Karriere beendet hat, war sie erst zwei Jahre alt. Aber dank youtube und Co. weiß sie schon, was der zehnfache Weltcup-Gesamtsieger alles vollbracht hat. "Ich habe mir schon was angeschaut, wie er gefahren ist und es gibt ja bei uns daheim auch sehr viele Fotos, die rumstehen."

Nina Prock hat ihre Karriere nach einem vierten Rang bei den Jugend-Winterspielen und einem Junioren-WM-Titel mit der Mannschaft inzwischen beendet. "Nina war vom Start her zu weit hinten und hat sich für ein Studium entschieden", erzählt der Vater. Das Potenzial der zweiten Tochter scheint da etwas größer. "Sie war beim Junioren-Weltcup in Oberhof auf einer schweren Bahn mit 16 Zweite, das haben wir in Österreich noch nie gehabt", erinnert sich Markus Prock. Dann habe man sie für das Training nach Pyeongchang mitgenommen, um der Mannschaft Druck aufzubauen. "Das hat sich ausgezahlt. Sie ist sicher auf einem sehr guten Weg." Ähnliches gilt übrigens für die zweite Damen-Zukunftsaktie im ÖRV, die ebenfalls nominierte 19-jährige Madeleine Egle.

Das Wichtigste ist für den Vater, dass seine Tochter "eine Freude" hat und "natürlich auch Erfolge". Doch ganz oben steht die Gesundheit. Besonders in jungen Jahren in diesem Sport macht man sich freilich schon auch Sorgen in einer nicht ungefährlichen Sportart, gibt Prock senior zu. "Hannah ist vor zwei Jahren in Igls einmal relativ schwer gestürzt, da ist mir nicht wohl gewesen. Da denkst dir schon kurz, 'ich Depp muss die Madln zum Rodeln bringen'", gesteht der Herr Papa. Doch mittlerweile habe Hannah auch körperlich einen Schub gemacht. "Und dann sind sie nicht mehr nur noch Passagier, sondern wissen, was zu tun ist, jetzt bin ich schon beruhigter."

Hannah Prock, die 2019 im Sport-BORG Innsbruck maturieren will, hat die Leidenschaft für das Rodeln im Blut. Und diese beschreibt sie so: "Die Geschwindigkeit natürlich. Das Gefühl, die Berührung mit dem Eis, der Druck, den man in den Kurven spürt und wie es schneller wird, das taugt mir beim Rodeln." Wenn der Vater dies liest, dann wird ihm wohl ein Lächeln auskommen.

Quelle: APA

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