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Eiskunstlauf

Ziegler/Kiefer: "Wir müssen an der mentalen Stärke arbeiten"

Miriam Ziegler und Severin Kiefer waren mit Rang sechs bei der Eiskunstlauf-EM in Graz letztlich nicht zufrieden. Aus ihren Fehlern wollen sie lernen.

Wer kennt das nicht? Akribische Vorbereitung auf eine Prüfung, oftmaliges Durchspielen der zu erwartenden Situation, der geglückte Einstieg und dann durchkreuzt eine Unsicherheit das Konzept. Fehler häufen sich. Am Ende heißt es Genügend statt Sehr gut. Miriam Ziegler und Severin Kiefer durchlebten es bei der Eiskunstlauf-Europameisterschaft Ende vergangener Woche in Premstätten bei Graz. Die Chance auf einen Spitzenplatz im Paarlaufen war da, nur brachte die Kür für die Österreicher keine Steigerung der Platzierung nach dem Kurzprogramm. Rang sechs bedeutete das beste Abschneiden des Paares bei einer EM, aber Freude kam keine auf. "Wir sind Leistungssportler und ehrgeizig. Wir wissen, es war unser bester EM-Rang, aber es war nicht das, was es werden hätte können. Und wenn wir uns jetzt noch einige Tage ärgern, dann ist es okay. Wir werden es abhaken und uns auf die Weltmeisterschaft im März in Montreal fokussieren", analysierte Miriam Ziegler.

Seit sechs Jahren laufen die 25-jährige Burgenländerin und der 29-jährige Salzburger zusammen. In dieser Zeit erlebten Ziegler/Kiefer zwei Olympia-Teilnahmen und einen Aufstieg in die Top Ten der Weltspitze. Vor der EM in Graz hatte das Paar mit einer Medaille spekuliert. Eine Reihe kleinerer und größerer Pannen in der Kür inklusive zweier Stürze ließen den Traum zerplatzen. Das Paar suchte nicht nach Ausreden, nur nach Erklärungen.

Kiefer: "Die Fehler haben sich leider summiert. Vor dem Wurf etwa, bei dem Miriam gestürzt ist, habe ich gespürt, dass ich ihr im Weg gestanden bin. Manchmal kann die Miriam so etwas austarieren, diesmal war es nicht so. Aber schon die Hebung vor dem Wurf ist nicht so gelaufen, wie Miriam es gebraucht hätte." Die Kür vor rund 5000 Zuschauern in der vollen Halle hatte ungewohnte Begleitumstände. Beim Kurzprogramm am Mittwoch war nur ein Bruchteil dieser Menge da. "Es war eine ungewohnte Situation für uns. Normalerweise haben wir Wettkämpfe fast nur im Ausland und da gibt es keine Begeisterungsstürme, wenn unsere Namen aufgerufen werden. Es wurde auch zu einer Nervensache. Wir wissen jetzt, was wir machen müssen. Es ist die mentale Stärke, an der wir arbeiten müssen."

Auch Ziegler war bewusst, dass der Sturz unvermeidlich wird: "Die Kür liegt uns eigentlich besser als das Kurzprogramm und wir waren in einer super Position, um angreifen zu können. Vor uns hat das deutsche Paar mit seiner Leistung sogar die Tür offen gelassen. Wir hätten in Führung gehen können. Aber es ist zu viel passiert. Vor meinem Sturz habe ich in der Luft bemerkt, dass ich nicht in der Position bin, in der gerne wäre. Ich habe noch versucht, es durchzuziehen, aber die Achse hat nicht gestimmt. Ich bin ein bisschen aus dem Kreis rausgeworfen worden. Nach so einem Sturz gibt es keinen großen Spielraum, um wieder in die Abstimmung mit der Musik zurückzufinden. Im Training stürze ich maximal bei zwei Prozent meiner Versuche, alles andere ist fehlerfrei. Deshalb mache ich mir jetzt keinen großen Stress. Ich weiß, woran es gelegen hat. Es war neu, mit der Lautstärke umzugehen. Wir werden daraus lernen."

Das Erlebnis Europameisterschaft im eigenen Land will sich das Paar vom Resultat nicht trüben lassen. "In Summe war es eine tolle Woche. Was bleibt, das ist die Atmosphäre mit der wahnsinnigen Begeisterung der Leute, das hat uns irrsinnig gefreut. Unser Sport hat in Österreich viele neue Impulse bekommen. Das wird Früchte tragen", sagte Kiefer und merkte zum eigenen Abschneiden an: "Es war nicht unsere letzte EM, wir haben noch viel Potenzial und die Miriam und ich, wir sind füreinander da." Miriam: "Es waren unglaubliche Erlebnisse, die Halle hat gebebt. Das müssen wie mitnehmen. Der Spaß am Sport ist für uns das Wichtigste und diesen Spaß konnten wir auch den Österreichern näherbringen."

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