Regionalsport

Zeller Eisbären: Wenn die Coronakrise sogar zur Chance wird

Die Zeller Eisbären steigen aus der Alps Hockey League aus. Nun wird eine österreichische zweite Eishockey-Liga angestrebt.

Der Spielbetrieb in Zell am See geht weiter. Offen ist nur, in welcher Liga.  SN/krugfoto/Krug Daniel sen.
Der Spielbetrieb in Zell am See geht weiter. Offen ist nur, in welcher Liga.

Es war eine Meldung, die zu Beginn der Coronakrise natürlich fast untergegangen ist: Der Vorstand der Zeller Eisbären trat geschlossen zurück, die Zukunft in der Alps Hockey League sei ungewiss.

"Ja, das stimmt", sagt nun einige Wochen später der einstige EK-Zell-Obmann Manfred Pfeifenberger, der aktuell auf der Suche nach einem Nachfolger ist. "Die Entscheidung hat aber nichts mit der Coronakrise zu tun. Bereits im Sommer 2019 haben wir bei einer Sitzung in Kitzbühel festgelegt, dass der EK Zell unter diesen Rahmenbedingungen an der Saison 2020/21 nicht mehr teilnehmen wird." Die Liga sei für Clubs wie Zell nicht mehr zu stemmen. "Ich bräuchte zwei Angestellte im Büro nur für den Spielbetrieb. Das ist nicht drinnen", sagt der Ex-Obmann. Auch die hohe Anzahl an Spielen in der 18er-Liga mit Teams aus Österreich, Slowenien und Italien sei ein Problem. "Wir sind auf viele ehrenamtliche Mitarbeiter angewiesen, um den Spielbetrieb abzuwickeln, also im Ticketverkauf, Zeitnahmen, VIP-Club und so weiter. Die finden wir bei so einem dichten Spielplan immer seltener."

Dass die Liga noch zu Wochenbeginn stolz die Meldung verkündet hat, dass alle 18 Clubs für die kommende Saison gemeldet hätten, sei nur die halbe Wahrheit. "Die Nennfrist war der 27. Februar, da haben wir pro forma genannt, um nicht zwischen allen Stühlen zu sitzen." Aber Tatsache bleibt: Der EK Zell wird nicht mehr in der AHL spielen. Da sieht man sich sogar als Vorreiter. "Viele Clubs haben uns hinter vorgehaltener Hand recht gegeben, aber gesagt haben es bis jetzt nur wir", sagt Pfeifenberger, der nun auf eine ganz andere Lösung setzt - auch dank der Coronakrise. Ihm schwebt eine österreichische Lösung vor, also eine heimische zweite Liga, mit den Vorarlberger Teams, einigen Farmteams "und eventuell Teams wie Kapfenberg oder Zeltweg". Das sei für Clubs wie Zell, Kitzbühel oder Bregenzerwald finanzierbar. "Wenn andere Teams die AHL wegen der höheren sportlichen Wertigkeit bevorzugen, ist das auch okay." Der aktuelle Plan B lautet im Notfall Kärntner Liga. "Es wird nächstes Jahr mit Sicherheit einen Spielbetrieb geben, im Notfall spielen wir ein Jahr in Kärnten mit." Belastend sei nur, dass man derzeit kaum Planungssicherheit habe. "Wir haben die Hotellerie, die Gastronomie und die Bergbahnen als Sponsor. Zu denen brauche ich derzeit nicht wegen eines Sponsorings für die kommende Saison gehen."

Quelle: SN

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