Wintersport

Dopingsünder Hauke verurteilt: Noch sind fünf Verfahren rund um "Operation Aderlass" offen

Der ehemaliger Langläufer erhielt wegen Dopings fünf Monate bedingte Haft. Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft in der Causa "Operation Aderlass" fünf Anklagen fertiggestellt.

Max Hauke nur teilweise geständig SN/APA/EXPA/JOHANN GRODER
Max Hauke nur teilweise geständig

Nächste Gerichtsverhandlung im Dopingskandal. Der ehemalige Langläufer Max Hauke musste sich am Mittwoch wegen Sportbetrugs verantworten. Er war bei der nordischen Ski-WM beim Dopen erwischt worden. Das Gericht verurteilte ihn zu fünf Monaten bedingte Haft.

Hauke hatte bereits zu Beginn des Prozesses ein Geständnis abgelegt. "Ich habe entschieden, dass ich dope. Diese Entscheidung traf ich allein, es war meine Idee", sagte Hauke. Dabei sei ihm sehr wohl bewusst gewesen, dass Doping verboten ist. Er habe dem deutschen Mediziner, Marks S., pro Saison 10.000 Euro für die Doping-Behandlung bezahlt. Das Geld sei in bar bei verschiedenen Treffen übergeben worden. Sein Codename auf den Blutbeuteln war "Moritz", gab Hauke an. Das Blutdoping habe er alleine aufgrund der Heim-WM in Seefeld betrieben. "Ich wusste, ich habe Talent und ich glaubte, was mir auf die Spitze fehlt, ist Doping", sagte der ehemalige Langläufer. Sein Ziel sei gewesen, sein Talent in Seefeld zeigen zu können. Ausgangspunkt für die Anklage gegen Hauke war eine Hausdurchsuchung während der nordischen Ski-WM in Seefeld.

Deutsche und österreichische Ermittler hatten damals die Langläufer Hauke und Dominik Baldauf beim Blutdoping erwischt. Was auch auf einem Video festgehalten wurden. Die Hausdurchsuchung in Seefeld waren Teil der Operation "Aderlass", die in Deutschland ihren Ausgang nahm. Die Ermittler waren dem deutschen Dopingarzt Mark S. aus Erfurt auf der Spur. Dieser soll ein internationales Netzwerk aufgebaut haben. Bei dem Mediziner wurden in der Garage insgesamt 40 tiefgekühlte Blutbeutel gefunden. Diese konnten einzelnen Sportlern zugeordnet werden. 21 Athleten aus acht Ländern stehen unter Verdacht, dass sie Blutdoping betrieben haben.

Hauke ist jedenfalls nicht der erste Sportler, der wegen dieses Dopingnetzwerkes vor Gericht steht. Bereits im Sommer wurde eine Ex-Moutainbikerin aus Oberösterreich zu acht Monaten bedingter Haft verurteilt. Der frühere Radprofi Georg Preidler muss sich ebenfalls vor dem Richter verantworten. Ebenso wie der ehemalige Radprofi Stefan Denifl. Dazu kommen noch die Ermittlungen gegen den ehemaligen Langläufer Johannes Dürr. Und auch der ehemalige ÖSV-Trainer Walter Mayer ist erst jüngst wieder ins Visier der Behörden geraten. Er wurde vor kurzem vorläufig festgenommen, weil er seine Wohnung für Doping zur Verfügung gestellt haben soll.

Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft Innsbruck bisher fünf Anklagen fertiggestellt. Das ist etwa die Hälfte der bekannten Fälle.
Noch ausständig sind bei der Operation Aderlass in Innsbruck Anklagen gegen drei weitere Österreicher, zwei estnische sowie einen kasachischen Langläufer. Das Delikt, dass allen Sportlern vorgeworfen wird, lautet Doping und Sportbetrug. Doping ist demnach als schwerer Betrug zu qualifizieren, wenn über die Anwendung von unerlaubten Substanzen oder Methoden zur Leistungssteigerung getäuscht wird. Betrug deshalb, weil die Wirtschaft aufgrund der sportlichen Erfolge Sponsorverträge mit nicht unbeträchtlichen Summen abschließt. Ein weiterer Grund für die Qualifikation als schwerer Betrug liegt in den Kosten, die Sportfachverbänden durch die Entsendung zu Wettkämpfen entstehen.

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