Wintersport

Marcel Hirscher rückt die Rangordnung zurecht

Marco Schwarz bringt seine erstmalige Halbzeitführung im Weltcup nicht ins Ziel, so heißt der Sieger in Zagreb zum fünften Mal bereits Marcel Hirscher. "Aber die Luft wird dünner", meinte der Salzburger selbstkritisch.

Marcel Hirscher war in Zagreb einmal mehr nicht zu schlagen. SN/GEPA pictures
Marcel Hirscher war in Zagreb einmal mehr nicht zu schlagen.

Marcel Hirscher hat die Rangordnung im Slalom-Weltcup wieder zurechtgerückt: Nach dem Ausfall in Madonna und dem vorzeitigen Scheitern beim City-Event in Oslo hat er nun den ersten Spezialslalom des Jahres auf dem Sljeme oberhalb von Zagreb gewonnen. Ganz so einfach, wie es am Ende dann ausgesehen hat, war dieser Sieg aber dennoch nicht: Hirscher lag nach dem ersten Durchgang relativ klar hinter Marco Schwarz zurück, riskierte im zweiten Lauf alles und machte trotz zwei, drei kleiner Fehler die entsprechende Zeit gut. Mit dem Druck seiner ersten Halbzeitführung in einem Slalom kam Schwarz nicht zurecht und schied aus.

"Das war einer der schwierigeren Arbeitstage und ein hart erkämpfter Sieg", meinte Hirscher danach und übte eine gewisse Selbstkritik. "Es fehlt die Stabilität im Lauf. Natürlich ist es keine Formkrise, wie ich vorher gesagt habe, aber es ist schon einmal leichter gegangen. Die Luft wird jedenfalls dünner."

Dass die Luft im Slalom dünner wird, das liegt auch an seinen Teamkollegen. Vor allem Marco Schwarz zeigte im ersten Lauf mit einer sehr aggressiven und fehlerfreien Fahrt neuerlich auf - nach Rang zwei in Madonna und Sieg in Oslo. Auch Manuel Feller lag nach dem ersten Lauf auf Rang drei und machte ebenfalls Druck auf Hirscher. "Schade, dass es nicht geklappt hat, ich habe mich sehr gut gefühlt", meinte Schwarz, der selbst keinen besonderen Druck wegen seiner Führung verspürt hat. "Es tut mir leid für Marco, mir ist das vor genau zwei Jahren hier passiert. Er soll es als Erfahrung mitnehmen", meinte Feller, der mit seinem dritten Rang im Slalom (hinter Alexis Pinturault) richtig zufrieden war.

Die Sensation des Tages war der Kroate Istok Rodeš, der am Ende auf Rang sieben gelandet ist - immerhin drei Kroaten kamen bei ihrem Heimrennen vor 20.000 Fans in die Punkteränge.

Zagreb war der Auftakt zu einem dichten Slalomprogramm im Jänner mit den Highlights Adelboden, Wengen, Kitzbühel und Schladming. "Ich hoffe, dass am Ende des Monats auch noch genug Körner vorhanden sind", meinte Hirscher.

Felix Neureuther meldete sich mit Rang acht zurück, doch die Pechserie im deutschen Team geht weiter: Andreas Sander hat einen Kreuzbandriss im rechten Knie und fällt wie sein Teamkollege Thomas Dreßen für den Rest der WM-Saison aus. Das berichtete der 29-Jährige am Samstag in den sozialen Netzwerken. Die Verletzung hat er sich bereits in Bormio im Training zugezogen. Mit der Verletzung kam Sander in der Abfahrt am 28. Dezember auf Platz 35 und belegte im Super G einen Tag später Rang 14.

Auch von Aksel Lund Svindal kamen schlechte Nachrichten: Der Norweger muss wegen neuerlicher Knieprobleme eine Pause einlegen. Dabei sei es seinem Knie zu Beginn der Saison besser gegangen als erwartet. "Aber seit diesem Schlag in Bormio bin ich wieder in der Realität zurück." Nun stellt er sogar ein Antreten bei der WM infrage.

Aufgerufen am 22.10.2019 um 06:43 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/marcel-hirscher-rueckt-die-rangordnung-zurecht-63640135

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