Wintersport

Nach Knieverletzung: Olympiatraum für Melanie Meilinger geplatzt

Buckelpisten-Skifahrerin Melanie Meilinger aus Mühlbach/Hochkönig erlitt in Alpe d'Huez eine schwere Knieverletzung. Olympia in Peking, ihr geplantes letztes Karriere-Highlight, fällt flach.

Bei der zweiten Trainingsfahrt in Frankreich landete Meilinger nach der ersten Schanze unglücklich auf dem Außenbuckel und zog sich eine schwere Verletzung (Kreuzband, Meniskus, Bänder) im rechten Knie zu. "Ich habe gleich gemerkt, dass es vorbei ist", sagte die 30-jährige Salzburgerin. "Es hat brutal gebrannt und ist richtig heiß geworden. Ich bin relativ schnell von einem Arzt untersucht und geröntgt worden. Da war schon klar, in welche Richtung es geht."

Meilinger machte am Mittwoch in Innsbruck gleich ein MRT und wurde am Abend von Christian Fink erfolgreich operiert.

Seit Oktober war Meilinger in Zermatt, Idre Fjäll und Ruka in Trainingslagern und bei den ersten Weltcups unterwegs gewesen und hatte etliche Tausend Kilometer in ihrem Dienst-Suzuki zurückgelegt. Ziel des Ganzen war in ihrer letzten aktiven Saison die zweite Olympiateilnahme nach Pyeongchang.


Nach einer Daumenverletzung, die ihre Teilnahme in Sotschi 2014 verhinderte, war es die erste größere Verletzung der Buckelpistenspezialistin. "Ich war zehn Jahre in diesem Sport, habe hart für alles gearbeitet, mir alles selbst finanziert und viel investiert. Die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking wäre das Highlight schlechthin gewesen. Jetzt ist der ganze Spaß leider früher vorbei als geplant - so wollten wir den letzten Winter nicht beenden", zeigt sich die Salzburgerin niedergeschlagen und ergänzt: "Im Leben ist alles für etwas gut, momentan weiß ich aber noch nicht, für was. Für mich ist es eine neue Situation, ich weiß nicht, was auf mich zukommt. Es gibt noch einige Fragezeichen, aber ich möchte das Schritt für Schritt angehen. Das Wichtigste ist mein Knie und meine Gesundheit, der Rest wird sich weisen."

Ihr Trainer Aleš Špan musste in seiner Karriere ebenfalls einige Knieverletzungen wegstecken und wird Meilinger auch in dieser schwierigen Phase mit Rat und Tat zur Seite stehen. "Aleš hat mir gesagt, dass die Arbeit gleich hart bleibt - nur anders als der normale Trainingsalltag. Wir wollen das Ganze langsam angehen und behutsam aufbauen. Man kommt aus so einer schweren Phase sicherlich gestärkt heraus und kann viel für die Zeit danach mitnehmen - auch wenn es dann nicht mehr für den Spitzensport sein wird. Aktuell bin ich einfach niedergeschlagen und es herrscht Weltuntergangsstimmung - es braucht einfach seine Zeit, bis ich das richtig verarbeiten und bewerten kann", so die neunfache Österreichische Meisterin. Eines hat sie sich aber fest vorgenommen: "Ich möchte dieser Sportart erhalten bleiben und hoffe, dass ich mithelfen kann, etwas aufzubauen."

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