Wintersport

Sehbehinderte Langläuferin Carina Edlinger fährt mit Bruder zu Paralympics

Sie ist 19 Jahre alt, zweifache Weltmeisterin sowie WM-Bronzemedaillen-Gewinnerin, feierte vier Weltcupsiege und holte sich heuer im März als erste Österreicherin den Gesamtweltcup-Sieg im Para-Langlauf. Carina Edlinger ist stark sehbehindert und lief zu diesen Erfolgen mit ihrem Bruder Julian als Guide. Ihr nächstes Ziel: Südkorea.

Bei der Leonidas-Sportgala 2017 wurde Edlinger mit dem Goldenen Löwen als "Rookie of the Year" ausgezeichnet. Derzeit trainiert die Sportlerin aus Fuschl gemeinsam mit ihrem Bruder hart, um im März 2018 ihre Spitzenleistung auch bei den Paralympics in Pyeongchang/Südkorea wiederholen zu können. Unterstützung erhalten beide durch die Sportförderung des Landes. "Carina Edlinger ist eine beeindruckende, starke junge Frau und eine Ausnahmesportlerin. Mit ihren 19 Jahren ist sie schon zweifache Para-Langlauf-Weltmeisterin. Wie sie ihre herausfordernde Lebenssituation gemeinsam mit ihrem Bruder meistert und aus dem Sport Kraft schöpfen kann, ist einzigartig", sagt Sportlandesrätin Martina Berthold.

Carina Edlinger besucht die Ski-Akademie Schladming und bereitet sich parallel zum Sporttraining auf die Matura vor. Seit zwei Jahren läuft sie gemeinsam mit ihrem um zwei Jahre älteren Bruder Julian im Behindertensport Langlaufrennen. Dieser ist auch Leistungssportler und hat das Nordische Ausbildungszentrum in Eisenerz absolviert. Er ist für die technischen Details und die Organisation zuständig. Trainiert wird unter der Woche gemeinsam und am Wochenende dann einzeln. Betreut wird das Geschwisterteam Edlinger vom Olympiazentrum in Rif.

"Ich bin sehr froh und dankbar, dass Julian an meiner Seite ist. Er gibt mir Anweisungen, wo ich hinlaufen muss, und auch Hinweise zur Technik. Meine Sehkraft verändert sich ständig und ist stark tagesabhängig. Das ist auch psychisch eine ziemliche Belastung. Vor vier Jahren habe ich 20 Prozent an Sehkraft verloren, das hat mich stark aus der Bahn geworfen. Denn man merkt, dass man zum Beispiel etwas, was man vor einem Monat noch gut konnte, jetzt eben nicht mehr so gut kann", sagt Athletin Carina Edlinger. Aufgrund eines Gendefekts in der Netzhaut reduzierte sich Carinas Sehvermögen ab ihrem 13. Lebensjahr auf inzwischen nur noch zwei Prozent.

"Vor dem Start eines Wettkampfes gehe ich mit ihr die Strecke nochmals durch, die Kurven, Abzweigungen etc. oder wenn es Streckenänderungen gibt. Unser großer Vorteil gegenüber den anderen ist, dass wir uns als Geschwister in- und auswendig kennen und perfekt harmonieren", ssagt Bruder Julian Edlinge.

Hartes Training und konsequente Vorbereitung

Die Saison 2016/17 verlief für Carina Edlinger äußerst erfolgreich: Nach zwei Weltcupsiegen konnte sie beim Saisonfinale in Sapporo in Japan sowohl das Rennen in der Mitteldistanz als auch das in der Kurzdistanz für sich entscheiden und sicherte sich so auch den Gesamtweltcup. Zuvor kürte sich Edlinger bei der Weltmeisterschaft Para Sport Nordisch in Finsterau in Deutschland zur Doppel-Weltmeisterin (Sprint, 15 Kilometer Klassischer Stil) und errang beim Mitteldistanz-Rennen (7,5 Kilometer Freie Technik) die Bronze-Medaille.

Bereits als noch sehende Langläuferin feierte die Fuschlerin in der Jugend etliche Erfolge und gewann im Jahr 2015 noch den österreichischen Meistertitel in der Staffel.

Quelle: SN

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