Wintersport

Shiffrin triumphiert in Schladming und schafft mit 47. Slalomsieg den nächsten Rekord

Der Sieg im ersten Nachtslalom der Damen in Schladming ging an die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin. Sie feierte mit einem Vorsprung von 0,15 Sekunden vor der Slowakin Petra Vlhová ihren 73. Weltcupsieg, den 47. im Slalom. Vlhová sicherte sich mit dem zweiten Platz den Gewinn der kleinen Kristallkugel im Slalom-Weltcup. Die Überraschung aus österreichischer Sicht lieferte Chiara Mair, die mit einem sehr guten zweiten Lauf noch auf Rang vier (+ 1.05 Sekunden) fuhr.

Mikaela Shiffrin gewann den ersten Nachtslalom in Schladming. Sie konnte sich gegen Petra Vlhova durchsetzen, auf dem dritten Platz landete die Deutsche Lena Dürr. SN/afp
Mikaela Shiffrin gewann den ersten Nachtslalom in Schladming. Sie konnte sich gegen Petra Vlhova durchsetzen, auf dem dritten Platz landete die Deutsche Lena Dürr.

Sie hat im Skisport fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt und dabei nur zwei Mal in Schladming - und dennoch wird die Planai im sportlichen Leben der Mikaela Shiffrin immer eine Sonderstellung einnehmen: Hier gewann sie 2013 ihren ersten WM-Titel im Slalom (mit nur 17 Jahren), hier stellte sie am Dienstag einen Rekord für die Ski-Geschichtsbücher auf: Mikaela Shiffrin gewann nicht nur den Nachtslalom, sie gewann damit den 47. Weltcup-Slalom ihrer Karriere. Bisher hielt die US-Amerikanerin den Weltcup-Rekord zusammen mit Ingemar Stenmark, der einst 46 Weltcup-Riesentorläufe gewonnen hat.

Shiffrin konnte es nicht fassen, brach im Ziel in Tränen aus und war auch danach noch ganz aus dem Häuschen. "Auf so einem ikonischen Hang im Skisport ein Rennen zu gewinnen, das hat eine enorme Bedeutung für mich. Ich bin stolz und glücklich, dass ich hier fahren durfte", meinte die Ausnahme-Athletin, die mit einem entfesselten zweiten Lauf auf einem doch deutlich gegenüber den Männern verkürzten Rennen die Slowakin Petra Vlhová noch auf Rang zwei verwiesen hat.

Doch Vlhová war an diesem Abend mit Platz zwei auch eine Siegerin. "Ich war nicht wirklich erfreut, wie ich mit Rang zwei ins Ziel gekommen bin, doch dann hat mir mein Bruder zugerufen: Freue dich, du hast den Slalom-Weltcup gewonnen." Dem ist so und die Slowakin war verblüfft, dass dies schon Mitte Jänner der Fall war. Doch sie profitierte im Saisonverlauf auch von einem Ausfall von Shiffrin in Kranjska Gora und einem wegen einer Corona-Infektion verpassten Rennen ihrer Konkurrentin.

Die beiden Athletinnen blieben auch unter dem Flutlicht von Schladming in einer eigene Liga, der Rest duellierte sich nur um die weiteren Plätze. Rang drei ging an die Deutsche Lena Dürr, die damit schon die dritte Podestplatzierung in dem Winter erreicht hat, dahinter überraschten auf Rang vier die Kärntnerin Chiara Mair und die Schweizerin Camille Rast auf dem geteilten vierten Rang. Für Mair war das die beste Karriere-Platzierung bisher. "Wir haben uns im Video die Herrenrennen hier angesehen und haben einige Stellen entdeckt, an denen man attackieren kann oder zurückstecken muss. Das habe ich versucht umzusetzen und das ist mir gelungen", meinte Mair.

Katharina Liensberger ging als Achte in den zweiten Lauf, fiel dann aber nach einem schweren Fehler im Finish an die 21. Stelle zurück. "Ich habe gewusst, ich muss attackieren, die Ski laufen lassen. Ich wollte das umsetzen, man hat sich schnell bewegen müssen und stabil dagegenhalten. Leider ist mir das nicht gelungen. Es ist noch nicht die Sicherheit und Konstanz, die ich gerne hätte. Es ist noch Zeit bis Olympia, da kann ich mich noch voll in Form bringen", sagte Liensberger. Dass Liensberger nach überstandener Corona-Erkrankung körperlich noch nicht auf der Höhe ist, war in dem Lauf kaum zu übersehen. Sie selbst wollte das nicht als Ausrede gelten lassen. "Es läuft einfach noch nicht so rund und ich fühle mich nicht so gut wie gewohnt."

Im Finale nicht mehr mit dabei war Katharina Gallhuber. Die hoch eingeschätzte Niederösterreicherin, Sechste in Lienz und Zagreb sowie zuletzt Achte in Kranjska Gora, verpasste als 31. die 30er-Entscheidung knapp um eine Zehntelsekunde. "Mein Start war noch okay. Danach habe ich den Ski überhaupt nicht auf Schwung gebracht", meinte die Olympia-Dritte enttäuscht.

Das Rennen im Liveticker:

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