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Dreifachsieg für Österreich: Hirscher holt WM-Gold im Slalom vor Matt und Schwarz

Zum Abschluss der alpinen Ski-WM in Aare gab es für Österreich die ersehnte Goldmedaille: Salzburgs Ski-Superstar Marcel Hirscher verteidigte am Sonntag seinen WM-Titel im Slalom. Dahinter sorgten Hirschers Teamkollegen Michael Matt und Marco Schwarz für einen ÖSV-Dreifachsieg.

Das war eine Sternstunde, an die man sich im heimischen Skisport noch lange erinnern wird: Nach einer bisher schwierigen und mit einigen vierte Plätzen auch unglücklich verlaufenen Ski-WM entwickelte sich der letzte Tag zu einem Wunschkonzert in Rot-Weiß-Rot, denn Marcel Hirscher holte das von ihm nicht erwartete Gold vor Michael Matt und Marco Schwarz. Einen Dreifachsieg in einem WM-Slalom gab es noch nie. Nur bei den Olympischen Spielen 2006 gab es ebenfalls einen Dreifachsieg durch Benjamin Raich, Reinfried Herbst und Rainer Schönfelder.

Bei dem neuen und alten Weltmeister überwog danach nicht die Freude, sondern die Dankbarkeit: "Es ist Dankbarkeit, denn als ich hier angekommen bin, war es alles andere als klar, dass ich überhaupt fahren kann." Daher galt sein Dank auch seinem Team: "Das hat sehr viel Arbeit von mir übernommen, viel Video geschaut und viel getüftelt, die haben echt gute Arbeit geleistet."

Fabellauf im ersten Durchgang

Im Unterschied zu allen anderen Slaloms in diesem Jahr hat der kränkelnde Hirscher den Grundstein zum Sieg im ersten Lauf gelegt - mit einer Fabel-Bestzeit, der nur Alexis Pinturault (bis auf 0,56 Sekunden) nahe gekommen ist. Als Pinturault im zweiten Durchgang kurz auf dem Innenski ausgerutscht ist, war alles angerichtet für Hirscher. "Ich habe das Zwischenresultat am Start mitbekommen und in meinem Lauf dann oben Vollgas gegeben, aber schnell bemerkt, das ich das Tempo nicht durchhalten kann. Dann bin ich die schweren Passagen sauber gefahren und habe erst wieder vor dem Ziel aufs Tempo gedrückt."

Gold für Marcel Hirscher im WM-Slalom von Aare. SN/ap
Gold für Marcel Hirscher im WM-Slalom von Aare.

Hirscher verwaltete den Vorsprung wie mit einer inneren Stoppuhr - auch das eine überragende Leistung. Als Retter der Nation wollte sich der Salzburger aber nicht sehen: "Matt und Schwarz lagen voran, damit hätte es mich auch raushauen können. Saucool, dass es so eine starke Teamleistung gab."

Vor dem Lauf wurde der sehnliche Wunsch von Marcel Hirscher erhört: "Ich hoffe, dass es am Sonntag im Slalom Minusgrade hat, auch wenn es nur minus eins ist." Genauso ist es gekommen, nach einigen warmen Tagen ist die Strecke dank der tiefen Temperaturen wieder kompakt und annähernd eisig geworden. "Diese paar Minusgrade haben uns sicher in der Abstimmung sehr geholfen", meinte auch Atomic-Rennsportchef Christian Höflehner, der am letzten Wochenende zwei Titel durch Hirscher und Mikaela Shiffrin bejubeln durfte. Gleichzeitig waren die Bedingungen für Hirscher und sein Team eine große Herausforderung. "Wie ich hier am Mittwoch ausgestiegen bin und es hat acht Grad plus gehabt, dachte ich: Die ganze Abstimmung für die eisigen Verhältnisse waren umsonst." Dann kam in der Nacht "Blitzeis" und damit wieder die Zuversicht.

Hirscher übertrifft legendären Toni Sailer

Mit diesem Sieg hat sich Marcel Hirscher zugleich zum erfolgreichsten WM-Teilnehmer aller Zeiten gemacht. Hirscher hält nun bei sieben Gold und vier Silbermedaillen und überholte damit Toni Sailer (7 Gold /1 Silber/0 Bronze) und den Franzosen Jean-Cluade Killy (6/0/0).

Infos zum Rennen im Liveticker:

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