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Vlhova: "Habe allen gezeigt, wer Petra aus der Slowakei ist"

Die ewige Zweite hat bei den Ski-Weltmeisterschaften ihre zweite Chance genutzt, um sich ganz vorne zu platzieren. Petra Vlhova hat am Donnerstag den Riesentorlauf in Aare und damit die erste WM-Goldmedaille für die Slowakei gewonnen. "Es ist ein fantastischer Tag! Ich bin so stolz", sagte die 23-Jährige aus Liptovsky Mikulas. "Ich habe allen gezeigt, wer Petra aus der Slowakei ist."

Vlhova ist "so stolz" SN/APA/EXPA/DOMINIK ANGERER
Vlhova ist "so stolz"

Im WM-Rennen schlichen sich in beiden Durchgängen nur minimale Fehler ein. "Endlich habe ich zwei perfekte Läufe runtergebracht", präsentierte sich Vlhova bei der Pressekonferenz überglücklich. "Ich habe versucht, nicht an den Wind zu denken, sondern an mein Skifahren." Ab Freitag würden ihre Gedanken dann schon um die möglicherweise nächste Medaille kreisen. "Ich versuche, Gold zu genießen, aber morgen sind die Gedanken schon beim Slalom am Samstag."

Im Slalom hatte Vlhova ihre Klasse bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Vier Weltcup-Rennen gewann die 1,80 Meter große Athletin von 2015 bis Jänner 2018, sie ist die einzige, die Mikaela Shiffin in den vergangenen Jahren in ihrer Paradedisziplin biegen konnte. Dennoch musste sie sich so oft hinter der US-Amerikanerin anstellen, allein sechs Mal in dieser Weltcup-Saison.

In diesem Winter schaffte sie am 28. Dezember am Semmering auch im Riesentorlauf den Sprung zur Siegerin. Danach triumphierte sie auch im City Event in Oslo, im Flachau-Slalom und kurz vor der WM in Maribor bei einem weiteren Riesentorlauf ex aequo mit Shiffrin. Das Duell mit dieser ist in den technischen Bewerben mittlerweile auf Augenhöhe.

"Es ist motivierend, Gegnerinnen wie sie zu haben, die das Level heben", sagte Bronze-Gewinnerin Shiffrin über ihre gleichaltrige Kollegin. "Wir waren oft so eng beieinander. Ich bin froh, mit Miki gemeinsam auf dem Podium zu stehen", meinte Vlhova. "Sie hat mich zu meinem Limit gepusht. Das ist gut für mich, und auch gut für sie, glaube ich."

Um Shiffrin mittelfristig auch im Kampf um den Gesamt-Weltcup einen Schlagabtausch liefern zu können, braucht Vlhova freilich noch eine dritte starke Disziplin. Ihre Speed-Ambitionen sind noch bescheiden, ihre Fortschritte aber beachtlich. Einen Super-G und eine Abfahrt hat Vlhova im Weltcup bisher bestritten, in Aare machte sie die Abfahrtstrainings mit und schlug sich wacker. So reichte es in der vergangenen Woche auch schon zu Silber in der Kombination. "Nächste Saison werden wir versuchen, einige Speed-Events zu fahren", erklärte sie.

Innerhalb des kleinen slowakischen Skiverbands, der finanziell mit bescheidenen Mitteln überleben muss, hat Vlhova eine losgelöste Ausnahmestellung, vergleichbar etwa mit dem Status von Shiffrin oder Marcel Hirscher. "Wir sind so ein kleines Land. Wenn jemand erfolgreich ist wie ich oder (Radprofi; Anm.) Peter Sagan, sind wir Heroes. Das ist manchmal schwierig."

Vlhova hat ihr eigenes Betreuerteam um den Italiener Livio Magoni aufgebaut, der einst Tina Maze zu Bestleistungen trieb. "Ich bin so glücklich, dass ich mit ihm arbeiten kann. Er hat so viel Erfahrung", sagte Vlhova. "Ich möchte ihm nur danke sagen." Auch ein Pressebetreuer ist exklusiv für sie da.

Die slowakischen Herren, hauptsächlich die Brüder Adam und Andreas Zampa, bemühen sich währenddessen, mit den übrigen Mitteln auszukommen. Andreas Zampa möchte in Zukunft dabei mitarbeiten, die Bedingungen für alle Sportler, aber speziell jene aus Ländern mit weniger Historie im Skisport zu verbessern: Der 25-Jährige ist wie der Schweizer Daniel Yule Kandidat für den Posten des Athletensprechers für die nächste Funktionsperiode. Die Abstimmung unter den Sportlern findet während der Aare-WM statt.

Quelle: APA

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