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Barbara Krafft

Porträt der Anna Maria Lergetporer, geborene Triendl, 1811, Öl auf Leinwand;
Porträt des Wolfgang Amadé Mozart, 1819;
Porträt eines unbekannten Mädchens mit Blumengirlande, 1810–1815, Öl auf Leinwand;
Wirtshausszene I, 1804, Öl auf Leinwand;

Barbara Krafft (* 1. April 1764 in Iglau, Mähren; † 28. September 1825 in Bamberg) war eine bekannte Porträt- und Genremalerin.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Barbara Krafft wurde als Tochter des österreichischen k. k. Hofmalers Johann Nepomuk Steiner in Iglau geboren, wo der Vater herstammte und arbeitete. Von ihrem sehr erfolgreichen Vater erhielt Barbara in frühester Kindheit und Jugend Malunterricht und übersiedelte gemeinsam mit ihm nach Wien, wo sie 1786 ihr erstes Bild ausstellte. Bald fand auch sie Anklang als Porträtmalerin.

Aus der Ehe mit dem Apotheker Josef Krafft entstammte ihr Sohn Johann August Krafft, 1792 geboren, der später in München als Lithograf tätig war. Nach einigen Jahren in Wien trennte sie sich von ihrem Mann und übersiedelte 1794 in die Stadt Salzburg. Dann zog sie zunächst nach Iglau und dann weiter nach Prag, wo sie bis 1803 blieb. In Prag führte sie zahlreiche Porträt-Aufträge aus. Von 1803 bis 1821 lebte sie dann fast zwei Jahrzehnte wieder in der Stadt Salzburg. 1861 übersiedelte Barbara Kraft nach Bamberg in Bayern und verstarb dort im Alter von 61 Jahren.

Eigene Werke signierte sie stets mit Barbara Krafft, nata Steiner pinxit, um sich mit dem Hinweis auf den bekannten Vater zu empfehlen.

Salzburgbezug

Von 1794 bis 1796 und von 1803 bis 1821 lebte und arbeitete Barbara Krafft in Salzburg.

"Am bekanntesten ist heutzutage ihr Bildnis von Wolfgang Amadé Mozart, das sie 1819, 28 Jahre nach Mozarts Tod, im Auftrag Joseph Sonnleithners nach den Angaben von Mozarts Schwester Nannerl anfertigte. Es ist heute eines der am häufigsten reproduzierten Bildnisse Mozarts." Dieses Bild ziert heute die Salzburger Mozartkugel.

Erstaunlich wenig kennt man von Barbara Krafft, da weder Briefwechsel noch Tagebücher noch andere persönliche Zeugnisse erhalten sind. Einzig einen Taufnachweise gibt es.

Werke

Barbara Krafft lebte in der Zeit des Klassiszismus. Die Künstlerin galt damals als eine der bekanntesten Porträtmalerinnen ihrer Zeit. "Allein in den letzten vier Jahren in Bamberg schuf sie 145 Bildnisse". Weiters fertigte Barbara Krafft auch Altarbilder und Genre-Darstellungen an.

Sonderausstellung im Salzburg Museum

Ausstellungsdauer: 9. November 2019 bis 9. Februar 2020
Ausstellungsort: Salzburg Museum in der Neuen Residenz, Kunsthalle
Ausstellungsgestaltung: Julia Landsiedl, Wien

Barbara Krafft ist als Schöpferin des posthum geschaffenen, bekanntesten Mozartporträts jedem präsent, aber vermutlich kaum jemandem namentlich ein Begriff. Die Ausstellung ist die erste umfassende Präsentation ihres sehr umfangreichen Werkes und versteht sich als monographische Schau, die sich an den Lebensstationen der Malerin orientiert. Ein Hauptaugenmerk liegt auf Kraffts Mozartporträt.

Der Malerin und vor allem ihrer „männlich-dreisten Manier“ wurde zu Lebzeiten sehr viel Anerkennung entgegengebracht. Mithilfe von Zeitungsinseraten für eine Verkaufs-ausstellung können die wirtschaftlichen Überlebensstrategien einer Künstlerin an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert veranschaulicht werden, der die Aufnahme an die Akademie noch verwehrt war.

Das Salzburg Museum besitzt eine herausragende und umfangreiche Sammlung von Werken der Künstlerin Barbara Krafft. So war es auch ein langgehegter Wunsch des Museums, der Malerin eine eigene Ausstellung zu widmen. Die Präsentation liefert einerseits Einblicke in das Leben und Werk der Künstlerin. Andererseits würdigt die Ausstellung das besondere Vermögen von Barbara Krafft, im 18. Jahrhundert als Frau eine erfolgreiche künstlerische Karriere zu verfolgen. Gemäß dem Jahresmotto des Salzburg Museum „Edle Gäste“ treffen sich hier nun Arbeiten aus allen Lebensstationen der Malerin: Wien – Salzburg – Prag – Salzburg – Bamberg.

In diesen ehemaligen Residenzstädten fand die Künstlerin ein reiches Aufgabengebiet: vom hohen Adel über Klerus und Gelehrte bis hin zu Bürgern. Leider haben sich kaum Beispiele ihrer sogenannten Holländer Stücke (Studien des bäuerlichen Milieus) und keine Darstellungen aus der griechischen Mythologie erhalten. Ihr OEuvre reicht vom Miniatur- bis zum Altarbild.

Der Untertitel ist dem wohl bedeutendsten Gast dieser Ausstellung gewidmet: Wolfgang Amadeus Mozart wurde posthum von Barbara Krafft gemalt. Dieses Bildnis gilt, nach dem Zeugnis von Nannerl Mozart, als das trefflichste aller Mozart-Bildnisse.

Die Jahre in Salzburg 1794–1796

Wie bei allen folgenden Lebensstationen der Malerin lässt sich der Grund der Übersiedlung nicht nachweisen, sondern nur vermuten. Sicher fand Barbara Krafft in Salzburg weniger Maler-Konkurrenz als in Wien vor, wo nicht einmal ihr Vater Johann Nepomuk Steiner (* 1725; † 1793) als k.k. Kammermaler überleben konnte.

In der fürsterzbischöflichen Stadt Salzburg mit ihren ca. 16 000 EinwohnerInnen herrschte bereits der Geist der Aufklärung. Dennoch spricht Kraffts erster Auftrag noch eine barocke Bildersprache (Porträt Graf Kuenburg), wie sie es von ihrem Vater gelernt hatte. In ihren Bürgerporträts hingegen bezeugen einzig die reichen Stoffe und der prachtvolle Schmuck die gesellschaftliche Bedeutung der Dargestellten. Nahezu alle posieren vor einem neutralen Hintergrund. Trotz der kurzen Dauer ihres ersten Aufenthalts in Salzburg sind relativ viele Arbeiten nachweisbar.

Die Jahre in Prag 1797–1804

Wieder kann man über den Grund der Übersiedlung nur Vermutungen anstellen. 1784 waren die vier Städte Altstadt, Neue Stadt, Kleinstadt und Hradschin zu einer Stadt (Alt-Prag) vereint worden. Damit war die kulturell rege Stadt kleiner als das kaiserliche Wien und größer als das fürsterzbischöfliche Salzburg.

Die Privatgesellschaft patriotischer Kunstfreunde hatte 1796 die Gründung einer Kunstakademie, der eine Gemäldegalerie und eine Zeichenschule angeschlossen wurden, initiiert. Die dort als Historien- und Porträtmalerin gemeldete Künstlerin hatte kaum Konkurrenz zu fürchten – vielleicht hatte auch die von Krafft porträtierte Familie Kuenburg mit ihren Beziehungen nach Böhmen eine Vermittlerrolle übernommen.

In diesen Jahren schuf Barbara Krafft für die Pfarrkirche von Bubeneč, einem Stadtteil von Prag, ihr einziges Altarbild und die nur schriftlich belegten Holländer Stücke.

Die Jahre in Salzburg 1804–1820

Bei Barbara Kraffts Rückkehr nach Salzburg wurden ihre Prager Jahre als artistische Reise (Studienreise) bezeichnet. Sie fand ein anderes Salzburg vor und erlebte wesentliche Neuordnungen: Das geistliche Fürsterzbistum war ein weltliches Kurfürstentum geworden. 1806 kam Salzburg unter österreichische, 1809 unter französische, 1810 unter bayerische und ab 1816 endgültig unter österreichische Verwaltung. 1818 muss die Malerin Augenzeugin des großen Stadtbrands auf der rechten Salzachseite geworden sein.

Im zunächst darniederliegenden Kunst- und Kulturleben dürfte das Bürgerporträt vielleicht die einzige Möglichkeit gewesen sein, um als Künstlerin leben zu können. Kraffts Auftraggebern während ihres ersten Salzburger Aufenthalts hatten nun wichtige Positionen übernommen, was sich sicher günstig auf ihre Auftragslage auswirkte.

Die Jahre in Bamberg 1821–1825

Barbara Krafft, die mit ihrem bereits als Künstler arbeitenden Sohn Johann August (Nepomuk) und ihrer minderjährigen Tochter Barbara nach Bamberg übersiedelt war, porträtierte ab 1821 Persönlichkeiten dieser Stadt. Bamberg hatte ein ähnliches Schicksal wie Salzburg erlitten. Bis 1802 war sie Residenzstadt des gleichnamigen Hochstifts gewesen, danach erhielt sie eine kurfürstliche und schließlich eine königliche Stadtverwaltung. 1806 bezog der Wittelsbacher Herzog Wilhelm in Bayern die Bamberger Residenz.

In Bamberg lebten um 1804 in etwa 8 600 EinwohnerInnen, die sich vorwiegend aus Militär-Angehörigen, Beamten, Bürger und Handwerkern zusammensetzten. Damals entstand ein reges Kulturleben (Gründung des Theaters, der Bibliothek, der Lesegesellschaft Museum etc.). In diesem Umfeld fand Barbara Krafft ihre Auftraggeber. Auch wenn es wenig glaubhaft klingt, laut Nekrolog schuf sie in Bamberg 145 Porträts.

Bildergalerie

Quellen